Und wieder …

… ist es mir nicht gelungen, allen zu schreiben, denen ich schreiben wollte, alle anzurufen, mit denen ich sprechen wollte, oder gar alle zu besuchen, die ich gerne habe.

Unterwegs zum Jahresende
Unterwegs zum Jahresende

 

Gedacht habe ich an euch alle. Ich wünsche euch, was ihr braucht, und dazu die ein oder andere angenehme Überraschung. Habt überall guten Weg, zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

(Und ich hoffe sehr, daß das neue Jahr ein bißchen länger reicht als die vorigen, die doch sehr schnell alle waren.)

Advent, Advent

Schokoweihnachtsmänner, Spekulatius, Glühwein und Glitzer können mir gestohlen bleiben, aber das Weihnachtsbacken mag ich. Und zwar am liebsten altmodischen, aufwendigen Krams wie Pfeffernüsse, Lebkuchen in Variationen und Zimtsterne.

Bei lieben Freunden ist nun ein vielleicht zwanzig Jahre alter Zettel aufgetaucht:

Rezept

Ich weiß nicht mehr, ob es das Rezept ist, das in meinem Lieblingscafé verwendet wurde, oder das nicht minder sensationelle von der Frau Lehrerin aus dem Dorf; ich weiß nur, daß es nicht leicht zu bekommen war.

Für mich ist es dieses Jahr zu spät — ich habe meine Zimtsterne schon nach anderem Rezept gebacken, ohne Kirschwasser und nächtliches Trocknen. Aber falls es jemand ausprobiert: Ich bitte um Probeplätzchen, mindestens aber um eine Nachricht, wie’s war.

Älter werden

Gestern kam mir in der Stadt ein vielleicht vier-, fünfjähriges Mädchen an der Hand seiner Eltern entgegen. Vater und Mutter redeten auf das Kind ein und tauschten Blicke, während das Mädchen versuchte, sich loszureißen: »Doch! Der war echt! Das war ein echter Mann, der da saß! Der friert! Der friert doch!«

Da waren sie auch schon vorbei.

Der Bettler, ein paar Meter weiter um die Ecke, hatte nichts mitbekommen von dem Herzen, das für ihn übergesprudelt war.

 

Beitrag zum Projekt *.txt (14: Gewissen). Kürzer ging’s nicht.

–> alle meine *.txte

»Weihnachtliche Abwesenheitsnotiz«

Alle Jahre wieder geschieht es, daß sich unter den Begriffen, mit denen mein Blog gefunden wurde, die »weihnachtliche abwesenheitsnotiz« häuft, in diversen orthographischen Varianten. Nun gibt es im Netz die erstaunlichsten Textvorlagen, und schließlich steht Weihnachten vor der Tür — also, Sie fragen, ich antworte!

Vorab
(1.) Die »Abwesenheitsnotiz« ist eine unglückliche Erfindung schlechter Software-Übersetzer und sollte eigentlich »Abwesenheitsbenachrichtigung« heißen. (2.) Es gelten für die weihnachtliche die gleichen Regeln wie für die gewöhnliche Abwesenheitsnachricht.

Wie immer haben Sie verschiedene Möglichkeiten, der Zielgruppe mitzuteilen, daß Sie woanders sind und feiern:
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Ich habe einen Wunsch.

Ich fahre Auto nur, wenn ich muß. Ich hasse es, schon beim Ankommen gestreßt zu sein, und an Streß führt mit dem Auto kein Weg vorbei. Im Ernst, lieber als eine Stunde auf der A5 sitze ich zwei Stunden in einem verspäteten Zug — das ist entspannter.

Kürzlich mußte ich eine längere Strecke durch Frankreich fahren, anderthalbtausend Kilometer vorwiegend Autobahn. Seitdem weiß ich, daß Autofahren auch anders geht: ganz gemütlich bei Tempo 130.

Kein kilometerlanges Festhängen hinter LKWs, weil auf der Überholspur ein Raser den nächsten jagt. Keine Manöver mit panischem Rückspiegelblick: huch, eben noch am Horizont, jetzt schon an meiner Stoßstange. Stunden fahren, ohne daß die Laune leidet; sogar für Sehenswertes am Wegesrand sind noch Kapazitäten. Da fängt Urlaub tatsächlich schon auf der Reise an und nicht erst, wenn man den Autoschlüssel gut verkramt hat.

Das Tempolimit hätte ich gern als Souvenir mit nach Hause genommen, aber leider, leider gibt es in Deutschland eine zu starke Lobby für die Raser. Das Recht, ungedrosselt Treibstoff verbrennen zu können, wird gerne zum Menschenrecht hochstilisiert; da sind sich Politiker und Industrievertreter für nichts zu schade. (Hübsch übrigens: Auf der Wikipedia-Seite zum Thema sind die Länder, die kein generelles Tempolimit haben, aufgelistet. Da steht Deutschland zwischen Staaten wie Afghanistan, Libanon, Nordkorea, Somalia, dem indischen Bundesstaat Uttar Pradesh und Vanuatu.)

Der Trostpreis war immerhin ein finanzieller: Im Frankreich-Urlaub hat mein Auto, voll beladen und gut besetzt, im Schnitt einen Liter weniger auf hundert Kilometer getrunken. Bemerkenswert fand ich das, weil ich auch auf den heimischen Autobahnen nur 130 fahre — offenbar macht sich schon die ruhigere, glattere Fahrweise im Verbrauch bemerkbar.

Mein Wunsch: Tempo 130 auf deutschen Autobahnen, bitte! Und wer trotzdem rast, soll zahlen. Das hat sich in anderen Ländern bestens bewährt. Wieso zeigt sich Deutschland auf diesem Gebiet so rückständig?