
Daß ein See naß ist, ist nur natürlich. Dieser See aber, ein künstlicher, heißt nach einem einstigen ägyptischen Ministerpräsidenten.
Seufz. Sieht man ihm gar nicht an.
Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.

Daß ein See naß ist, ist nur natürlich. Dieser See aber, ein künstlicher, heißt nach einem einstigen ägyptischen Ministerpräsidenten.
Seufz. Sieht man ihm gar nicht an.

Und wie sich der Schilderdesigner an seinem Schreibtisch den Kopf zerbrochen haben muß (danke, D., für diese hübsche Vorstellung!):
»Rauchen verboten — gebongt, offenes Feuer verboten — jawoll, Funken verboten … nee, das geht nicht. Funken machen verboten? Nää, klingt doof … Funken verursachen? Auch nicht … Alles, was Funken … nach sich zieht? — Och, jetzt reicht’s aber. Jürgen, wie heißt das noch mal, wenn das Funken gibt? Funkenbildung! Genau! Danke! Is auch viel kürzer … ah, schon Mittag? Jürgen! Kantine!«

Es ist nicht cool, es ist nicht mondän, aber es ist auch nicht eingebildet. In Saarbrückens schräge Idyllen kann man sich zutiefst verlieben. (Ach, schaut doch einfach selbst.)








Ausdrücklich empfehle ich das Buch arbeitsraum von Axl Klein mit wunderbaren Porträts in Wort und Bild: Menschen in ihren Werkstätten. Für Saarbrücker lauter alte Bekannte.
Wo sie sind, ist sonst nichts, und so bleiben sie sich treu — sie können es sich leisten. Sie entstehen, wenn Sehenswürdigkeiten und Geschäftssinn zusammenkommen: die mobile Bratwurstbude neben der schönen Aussicht und auch der geflieste Vollprofibewirtungsbetrieb mit Spielgelegenheit (Eltern haften für ihre Kinder). Manche erreicht der staubige Wanderer, sein Glück kaum fassend, nach stundenlangem Fußmarsch durch die Natur; andere locken mit asphaltiertem Riesenparkplatz die Sonntagsfahrer an.
Alle versprechen sie Schatten, Eis am Stiel, allgemeine Erquickung. Die kommt verschieden daher: In manchen Lokalen sitzen Einweg-Gäste auf wabbeligen Plastiksesseln und vertilgen Heißheiß-Würstchen mit Mayonnaise aus dem Eimer, Trockenkuchen gibt’s mit Sprühsahne. In anderen wird mit Liebe gekocht, Feldarbeiterportionen mit Salatgarnitur und hinterher ein Filterkaffee, und man hofft, vielleicht erkennen sie mich hier ja wieder, im nächsten Jahr oder im überübernächsten.
Der Besuch von Ausflugslokalen wird leicht eine Reise in die Vergangenheit, zehn bis zwanzig Jahre mindestens. In ihnen erhalten sich Raumausstattung, Speisekarten, Umgangston weit über ihre natürliche Dauer hinaus. Dazu vielleicht, vielleicht auch nicht, der Härtetest: Musik.
Die meisten sieht man einmal und nie wieder. Ausflugslokale kann man lieben oder hassen, eine Wahl hat man nicht; man füllt den Magen, leert die Blase und nimmt hinterher eine mehr oder minder gute Geschichte mit.

Apropos: