

Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.
K. ist tot, dem wir alles zugetraut hätten, aber nicht das. Vor vier Wochen noch hatte er alle Fäden in der Hand.
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Apropos:
Mein erstes Kuscheltier, erzählt man in der Familie, war ein Buch. Welches, ist nicht überliefert; nachdem ich es ein paar Monate an mich gedrückt, benuckelt und benagt hatte, mußten die Reste entsorgt werden.
Später bekam ich geschimpft, weil ich beim Essen las. Ich nahm die Unart an, verschiedene Bücher an verschiedenen Orten parallel zu konsumieren: das Busbuch, das Bettbuch, das für den Unterricht unter der Bank und zwei, drei für den freien Nachmittag.
Bücher laufen mir in Rudeln zu, und den Teufelskreis: ein Regal bauen, um Bücher kaufen zu können, für die dann bald wieder ein Regal gebaut werden muß, den kenne ich in- und auswendig.
Und jetzt das:

Er könnte die Lösung aller Stapelprobleme sein; Hunderte von Büchern haben auf ihm Platz. Auf das elektronische Papier, nicht ganz weiß, matt und hochauflösend, können die Entwickler mit Recht stolz sein. Je nach Licht und Sehschwäche läßt sich die Schriftgröße einstellen. Der Reader liegt gut und leicht in der Hand, man kann selbst im Bett und beim Zähneputzen mit einer Hand umblättern, und die Batterie reicht eine halbe Ewigkeit. Bücher sind nach Stichworten durchsuchbar und lassen sich mit Notizen versehen. Wenn bei der fremdsprachlichen Lektüre eine Vokabel fehlt, kann man sie in einem von mehreren integrierten Wörterbüchern nachschlagen.
Habe ich mir also bei Project Gutenberg jede Menge Klassiker, Erstaunliches und Obskures zusammengesucht und in wenigen Stunden mehrere hundert Bücher auf mein schlankes Täfelchen geladen. Die kann ich nun jederzeit aus der Tasche ziehen, an der Bushaltestelle oder im Wartezimmer. Praktisch: Wenn ich nachts über der Lektüre einschlafe, schaltet sich der Reader nach einigen Minuten selbst aus.
Und doch …
Ich habe schlechte Lesegewohnheiten. Ich gehe an einem Regal vorbei und greife nach etwas, das mich aus irgendeinem Grund anspricht; manchmal entscheidet die Farbe eines Buchrückens über die Abendgestaltung. In meiner Lektüre blättere ich gern herum und lese in früheren Kapiteln oder ganz anderen Büchern nach, wobei ich oft kein exaktes Stichwort nennen könnte, nach dem ich suche. Für mich gibt es wenig Schöneres als Lexikonsurfen: einen beliebigen Artikel aufschlagen und dann über Querverweise, andere interessante Wörter auf der Seite, halbe Erinnerungen, zufällige Fotos und Abbildungen immer tiefer ins Wissensdickicht geraten.
Das alles kann ich mit dem Reader nur bedingt. Zwar lassen sich Lesezeichen setzen, aber schnelles Blättern für unspezifisches Suchen geht nicht. So ein Reader unterstützt keine Sprunghaftigkeit und hat für wilde Assoziationen wenig übrig; er macht ein (konventionelles) Buch zu einer ziemlich seriellen Sache.
Dann soll das zierliche Dingelchen zwar recht robust sein, aber ich wage trotzdem nicht, es genauso in meinen Rucksack zu pfeffern wie meine Papierbücher. Fallen lassen — bloß nicht. Es als Unterlage für die Teetasse verwenden — undenkbar. Ich schlafe sogar vorsichtig ein, um es nicht im Traum zu zerdrücken.
Alles in allem ist ein eBook-Reader eine schöne und erstaunliche Sache, sehr praktisch für manche Lebensbereiche. Ein vollwertiger Ersatz für ganz gewöhnliche oder gar schön gedruckte und gebundene Bücher wird er nicht. Und sowieso kein Kuscheltier.
Von unerwarteter Seite, nämlich von Mestolo, ist mir folgender Pokal zugekommen:
Das hat mich sehr gefreut. Hüpfer, Knicks und Dank!
Der anhängende Zettel verlangt:
Erstelle einen Post, in dem du das Liebster-Blog-Bild postest & die Anleitung reinkopierst (= der Text, den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat, sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst & ihr den Link deines Award Posts da lassen. Danach überlegst du dir 3 bis 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst & die Besitzer jeweils per Kommentar-Funktion informierst, dass sie getaggt wurden, und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
Liebe Blogger: Das Ziel, dieser Aktion ist, dass wir unbekannte, gute Blogs ans Licht bringen; deswegen würde ich euch bitten, keine Blogs zu posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger & Leute, die zwar schon ’ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.
So weit, so schrecklich: Blogs auszuwählen heißt immer, all die anderen nicht zu erwähnen. Zum Glück sind viele meiner Lieblinge, bei denen ich beinahe täglich vorbeischaue, schon an anderer Stelle genannt worden. Dann gibt es ein paar wie Vilmoskörte oder vera, die sicherlich und verdientermaßen längst zu viele Leser haben. Hier also ein paar kleinere, neuere, die ich noch auf keiner Liste gefunden habe:
Erinnerungsengramme
Unterhaltsame Nachrichten von einer Ostwestfälin im Berliner Exil. Reist weit, gräbt tief, kocht & backt.
Karu
Bildhauerin und Reisende; sammelt Steine, platte Frösche und Heiligenscheine. Ich warte regelmäßig auf ihr »Bild des Tages«; aktuell: Katastrophenfotos vom Niederrhein.
Ufoport Glufenteich
Alltagsspaziergänge abseits des Gewöhnlichen. Kaugummiautomaten, Straßenbahnen, Kleindenkmäler — diese Welt ist eine gute Welt.
Rabesken
Scharf Beobachtetes, in schöne Worte gegossen.
Walterlenz‘ Blog
Geschichten von jenseits der Schweizer Grenze, stets gut zu lesen. Kein Reiseführer, sondern immer Anschubs für Eigenes.
Viel Vergnügen!
Ich hatte es vor einer ganzen Weile schon mal im Blog; nun geht es weiter — das Projekt »Atlas zur deutschen Alltagssprache« der Uni Augsburg fragt zum achten Mal.
Auch die Ergebnisse der siebten Runde sind frisch veröffentlicht: Wird man bei Ihnen verklopft oder verkloppt? Schwimmen in den Teichen Ihrer Gegend Wasserlinsen oder Entenflott? Und bestellt man in einer Bäckerei bei Ihnen professionell einen Hefegebäckmann?
Viel Vergnügen!

Die Schönheit der kleinen Dinge, die jeden Tag durch unsere Hände gehen: die Künstlerin Monika Mosburger vermag sie festzuhalten. In ihrer Sammlung haben sich Gegenstände des täglichen Lebens aus den vergangenen hundert Jahren und mehr erhalten. Sie fügt sie zu Bildern zusammen, die so vertraut scheinen, aber bei genauerem Blick auf Abwege führen: Was näht man eigentlich mit englischem Glacé-Garn? Auf welchen internationalen Ausstellungen wurde Zwirn prämiert? Und wie es wohl kommt, daß sich der Himmel in einem hundertjährigen, schwarzen Leinenfaden spiegelt?