Es ist immer schön, wenn Verlorengeglaubtes wieder auftaucht.

So auch der Nibelungenschatz, den Hagen von Tronje bei Worms im Rhein versenkte — den haben sie nämlich, wie’s aussieht, in …
Schlagwort: Museales
Gestreift
Postkarte aus der Ex-Hauptstadt

Bonn ist wie ein in die Jahre gekommener Herr im eleganten Dreiteiler; proper, aber nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Bonn untertreibt gewaltig mit seiner Größe: von der Stadt geht ein unmißverständlicher Kleinstadtgeruch aus; ich erwarte ständig, jemanden zu erkennen. Dabei ist Bonn eine richtig große Stadt.
Ich habe mich natürlich auf der Rheinpromenade herumgetrieben; hängengenlieben bin ich in einer Ausstellung über Exzentriker. Unter dem Titel hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, aber das heißt ja auch nur, daß ich überrascht war. Der Graubereich zwischen Kult und Kunst wirft viele Fragen auf. Als ich nach viereinhalb Stunden ging, lobte mich der Mann an der Garderobe für meine Ausdauer.

Die Stadt draußen hat der September im Griff; Kastanien klatschen auf die Gehwege, und Spinnweben liegen über trockenem Grün. Vielleicht herrscht hier wirklich ewiger Sonntag. Ich werde es nicht herausfinden.
Postkarte aus Detmold

Auf neunzig Hektar hügeligem Land bescheint die Sonne saftige Wiesen, Äcker und Weiden; dazwischen glitzern Teiche und Bachläufe und die Sprossenfenster von Fachwerkhäusern. Das ist das Freilichtmuseum …
»1636«
In den Morgenstunden des 4. Oktober 1636 begann bei Wittstock nördlich von Berlin eine der entscheidenden Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Die Schweden kämpften gegen das überlegene kaiserlich-sächsische Heer, und sie siegten. Davon weiß man, weil es zahlreiche zeitgenössische Berichte gibt, Briefe von Heerführern, Musterrollen, Kupferstiche. Und 2007 wurde das Grab von 125 Gefallenen entdeckt — Menschen aus der Gegend sowie Söldner aus Skandinavien und Schottland, dicht an dicht auf dem Schlachtfeld beerdigt.
Ich weiß davon, weil ich Richensas Blog lese. Und auch wenn ich Schlachtenaufstellungen zu Schulzeiten immer möglichst schnell wieder vergessen habe, wollte ich diese Ausstellung sehen.

Untergebracht ist sie im Archäologischen Landesmuseum von Brandenburg an der Havel, einem wunderbaren Backstein-Klosterbau am Rande der Altstadt, Fußweg vom Bahnhof etwa zehn Minuten.
Typen
Im Gutenberg-Museum zu Mainz gibt es eine, wie nicht nur ich finde, sehr lesenswerte Ausstellung »On Type« mit Texten zur Typographie. Derweil …
Lichtblicke im Städel
Der neue Anbau des Städelmuseums in Frankfurt ist ein unterirdisches Museum, und man merkt es nicht. Durch runde Oberlichter strömt der Tag, die Bilder und Skulpturen baden in Weiß. Wie viele Räume es hat, das Labyrinth aus hellen Räumen, läßt sich so schwer zählen wie die Besucher darin; man verläuft sich einfach. Gerne. Jeder Durchblick ist eine Augenweide.
Alle finden sie schön, die neue Stätte der Kunst, und diese Schönheit macht froh und freundlich: Fremde grüßen sich, lachen, reden miteinander. Der Ort beschwingt.
Was ich bei einem Einbruch hier mitnehmen würde? Sollte ich etwas stehlen, so wird es die Freitreppe sein, die aus dem alten Bau nach unten führt; eine glatte, fließende Konstruktion aus weißem Terrazzo.
Städelmuseum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt/Main
geöffnet Di – So 10 – 18:00, Mi & Do – 21:00
Eintritt (normal) 12 Euro
Auge des Betrachters

Eierbecher 12: rostige Aussichten
Postkarte aus dem Museum
Ein Lieblingsmuseum: es stellt Geschichten aus. Da man es nicht fotografieren darf, bleibt es anonym.

















