Katastrophentourismus

Hochhaussprengung? Fehlt mir noch. Also auf nach Frankfurt, wo das Uni-Hochhaus mit seinen 116 Metern ordentlich Staub aufwirbeln sollte.
Falls irgendwer in der Stadt nicht weiß, wo das Hochhaus fallen soll: einfach treiben lassen. Alles, was Beine hat, ist auf dem Weg zur Gefahrenzone. Ein Stimmengewirr in den Straßen: Der Bau (ein 70er-Jahre-Vertreter des Brutalismus) ist Gesprächsthema, die guten Zeiten an der Uni, die besten Sichtachsen und der leichte Nebel, der die höheren Häuser obenrum unscharf macht.
Einen der besseren Plätze erkennt man daran, daß hier …

Lichtblicke im Städel

Der neue Anbau des Städelmuseums in Frankfurt ist ein unterirdisches Museum, und man merkt es nicht. Durch runde Oberlichter strömt der Tag, die Bilder und Skulpturen baden in Weiß. Wie viele Räume es hat, das Labyrinth aus hellen Räumen, läßt sich so schwer zählen wie die Besucher darin; man verläuft sich einfach. Gerne. Jeder Durchblick ist eine Augenweide.

Alle finden sie schön, die neue Stätte der Kunst, und diese Schönheit macht froh und freundlich: Fremde grüßen sich, lachen, reden miteinander. Der Ort beschwingt.

Was ich bei einem Einbruch hier mitnehmen würde? Sollte ich etwas stehlen, so wird es die Freitreppe sein, die aus dem alten Bau nach unten führt; eine glatte, fließende Konstruktion aus weißem Terrazzo.

Städelmuseum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt/Main
geöffnet Di – So 10 – 18:00, Mi & Do – 21:00
Eintritt (normal) 12 Euro