Postkarte aus Bamberg

Von Bamberg wußte ich bislang nur, daß es im Bundesland Bayern liegt. Dom. Symphoniker. Reiter. Hörnla. Irgendwas mit Rauchbier. Und die Hexenprozesse. Daß Bambergs gesamte Innenstadt Weltkulturerbe ist, wußte ich nicht – Grund genug, nach Ladenschluß schnell mal durchzuhuschen.

Aus Bamberg kann man nicht anders als Postkarten schreiben.

Auf sieben Hügeln, wie das alte Rom, an Regnitz und Main-Donau-Kanal schart sich das Städtchen um seine Kirchen. Man sieht ihm sein Alter an, aber wenig Spuren der jüngsten Zeit: Gassen und Plätze ohne Handyläden, Ein-Euro-Shops und Spielkasinos; Geschäfte des täglichen Bedarfs sind, wofern nicht weltkulturerbekompatibel, in Hinterhöfen versteckt.

Es gibt eine Universität und ein Priesterseminar. Das Tagesblatt berichtet über Sandaufschüttung an der Regnitz, Lärmbelästigung und Wildpinkelei sowie über den Dom, zu dessen tausendjährigem Weihfest Bischöfe aus aller Welt anreisen. Und im Gewirr der Gassen steht E.T.A., bepackt mit seinem Kater Murr, vorm Theater seines Namens.

Aufgeräumt ist es hier, doch nicht komplett zu Tode restauriert; bei der Fülle bröselnder Bausubstanz kämen alle Stukkateure Frankens nicht hinterher. Ein bißchen Mittelalter, etwas Gotik, viel Barock, darüber der Duft von Flieder und Spiräen: hier hat die Romantik Wohnstatt bezogen. Auf dem Katzkopfpflaster klingen selbst japanische Kleinwagen wie Einspänner.

Muß wohl nochmal hin und genauer schauen. Vielleicht ja im Winter.

»1636«

In den Morgenstunden des 4. Oktober 1636 begann bei Wittstock nördlich von Berlin eine der entscheidenden Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Die Schweden kämpften gegen das überlegene kaiserlich-sächsische Heer, und sie siegten. Davon weiß man, weil es zahlreiche zeitgenössische Berichte gibt, Briefe von Heerführern, Musterrollen, Kupferstiche. Und 2007 wurde das Grab von 125 Gefallenen entdeckt — Menschen aus der Gegend sowie Söldner aus Skandinavien und Schottland, dicht an dicht auf dem Schlachtfeld beerdigt.

Ich weiß davon, weil ich Richensas Blog lese. Und auch wenn ich Schlachtenaufstellungen zu Schulzeiten immer möglichst schnell wieder vergessen habe, wollte ich diese Ausstellung sehen.

Im Kreuzgang des Pauliklosters.

Untergebracht ist sie im Archäologischen Landesmuseum von Brandenburg an der Havel, einem wunderbaren Backstein-Klosterbau am Rande der Altstadt, Fußweg vom Bahnhof etwa zehn Minuten.

Die Sonderausstellung »1636« …

Gelernt

Haupterkenntnisse: Wenn man eigentlich kein Bier trinkt, kann man trotzdem mal ein Bier trinken gehen. (Wobei unter »Bier trinken« auch »Königsberger Klopse essen« zu verstehen ist.) Bestricktwerden ist toll! Blogger im richtigen Leben treffen auch.

Im Kaputten Heinrich.

Nebenbei: Es kommt tatsächlich vor, daß Träume wahr werden! Häßliches Essen kann so lustig sein. Und Spechte halten sich stets auf der der Kamera abgewandten Seite von Bäumen auf.

Beim Brewbaker in der Arminiushalle.

… die Technik …

Seit ein paar Tagen tut mein Blog-Reader nicht mehr; das praktische Werkzeug, das unter wordpress.com/#!/read/ Neuigkeiten aus meinen Stamm-Blogs für mich sammelt, zeigt momentan schlicht gar nix mehr an. Doch, ein schwarzes Würmchen auf weißem Grund, das pixelweise so ein bißchen zuckt.

Jetzt aber: von Hand lesen? die liebgewordenen Blogs alle einzeln aufrufen? Och nö. Sollen die erst mal sehen, daß sie das wieder hinkriegen. Aber, bittschön, ein bißchen schnell; man verliert ja völlig den Anschluß …

Man gewöhnt sich schnell an die Segnungen der Technik, wird bequem und merkt das erst, wenn sie nicht mehr mitspielt.

(Hat noch jemand das Problem? Und vielleicht eine Lösung? In den WP-Foren herrscht seit Tagen Schweigen zu dem Thema.)

Am Rhein so schön

Anders als beim Ausbüxen geht es beim Sonntagsausflug darum, möglichst bekannte Ziele zu besuchen und dafür möglichst wenig Fußweg in Kauf zu nehmen. Nicht viel nachdenken, tun, was alle tun — es ist ein gemächliches Schwimmen mit dem Strom.

Ein Sonntagsausflug!

Manchmal mache ich ja gerne Sonntagsausflüge — und Simsalabim, sprach die Ferienfee, dein Wunsch sei dir erfüllt: Rüdesheim am Rhein! Die »Germania«! Bootchen, Gondel, Ausflugslokal! Nur das Wetter, das wird maximal durchwachsen, aber bist ja nicht aus Zucker.

Und so geschah es.

Wilder Wein

Wenn die Sonne täglich tiefer in die Gassen faßt und täglich länger über den Kalkputz der Mauern streicht, hält es den Wein nicht mehr in seinen Knospen. Grün vor Grau schiebt er sich aus den knappen Hüllen, streckt sich Finger für Finger und fängt das Licht: selbst hier, mitten in der Stadt, glänzen seine Blätter wie lackiert; für eine Weile jedenfalls.