Und wieso das?

Erstaunlich: ich schreibe hier seit beinahe sechs Jahren und hab’s gar nicht gemerkt. Wie die Zeit vergeht, meine ich. Vierhundertfünfundsiebzig Beiträge sind dabei entstanden, vom Schnappschuß-mit-Überschrift bis zum Fünfachtel-Essay. (Wieviel Zeit dabei draufgegangen ist, verschweigt mir die Blogsoftware; ist wohl besser so.)
Ich habe keine Mission, verdiene kein Geld damit, gewinne dadurch keinerlei Publicity. Ich zähle mich zum Heer der privaten Blogger, die — ja. Wieso mache ich das eigentlich?
Zuallererst …

Ans Licht

löchriges Blatt im Gegenlicht
Was für eine Aussicht!

Es heißt, die Zugvögel kommen zurück. Die seßhaften inspizieren ihre Nester und üben fürs Gesangsduell. Im Boden keimt und treibt und krabbelt’s und macht sich bereit für den großen, den gemeinschaftlichen Frühlingsausbruch auf Myriaden von Beinchen.
Kein Winter also für mich; kein Staubzuckerweg, keine Eiszapfen am Bachknick. Nun, dann nehme ich, was kommt: Zugvögel, verfrühtes Grün und einen Weg in die Höhe, zwischen Bäumen voller Knospen und geschliffener Vogelphrasen, ans Licht.

Hoppla: Radio!

Letzte Woche war die liebe Afra Evenaar im Radio – und ihretwegen war heute ich dran. Bei Radio Fritz: Trackback. Danke — wenn ich die Empfehlung höre, werde ich immer noch ganz verlegen.
Jeden Samstag geht es hier um Netzthemen (und Musik), und am Ende der Sendung gibt es ein Interview Blogger privat. Im Podcast kann man sich anhören, wie ich, in Wolldecken gewickelt und mit Ingwertee in Reichweite, keinen Hustenanfall bekomme, während ich am Telefon die Fragen von Teresa Sickert beantworte. Danke für das nette Gespräch!
Wenn’s nach mir geht: Nächste Woche könnte Ufoport Glufenteich befragt werden zu Reisen ins wilde Unspektakuläre, oder Philea über Leseplätzchen und stetig wachsende Bücherstapel.
Wir werden sehen, oder vielmehr hören. (Die Dichterin verfügt sich einstweilen wieder ins Bett und gelobt Besserung.)

Katastrophentourismus

Hochhaussprengung? Fehlt mir noch. Also auf nach Frankfurt, wo das Uni-Hochhaus mit seinen 116 Metern ordentlich Staub aufwirbeln sollte.
Falls irgendwer in der Stadt nicht weiß, wo das Hochhaus fallen soll: einfach treiben lassen. Alles, was Beine hat, ist auf dem Weg zur Gefahrenzone. Ein Stimmengewirr in den Straßen: Der Bau (ein 70er-Jahre-Vertreter des Brutalismus) ist Gesprächsthema, die guten Zeiten an der Uni, die besten Sichtachsen und der leichte Nebel, der die höheren Häuser obenrum unscharf macht.
Einen der besseren Plätze erkennt man daran, daß hier …