
Es heißt, die Zugvögel kommen zurück. Die seßhaften inspizieren ihre Nester und üben fürs Gesangsduell. Im Boden keimt und treibt und krabbelt’s und macht sich bereit für den großen, den gemeinschaftlichen Frühlingsausbruch auf Myriaden von Beinchen.
Kein Winter also für mich; kein Staubzuckerweg, keine Eiszapfen am Bachknick. Nun, dann nehme ich, was kommt: Zugvögel, verfrühtes Grün und einen Weg in die Höhe, zwischen Bäumen voller Knospen und geschliffener Vogelphrasen, ans Licht.
Schlagwort: Wege
Schöne Sachen XXXI
Postkarte aus dem Sommerwald
Es gibt keine schönste Jahreszeit. Auf dem Weg sind sie alle wunderbar, immer wieder.

Die Strecken, die wir im Winter strammen Schritts zurückgelegt haben, tragen uns im Sommer durch verlockenderes Gelände; Wälder stecken voller Rastplätze, zu jedem Bach führt ein Abweg.
Postkarte aus dem Winterwald
Ein-, zwei-, dreimal im Jahr muß es sein, dann fetten wir die Wanderschuhe und gehen in den Wald. Mehrere Tage am liebsten. Und so zu Fuß wie nur möglich. Wir nehmen Wege durch viel Landkartengrün und meiden Siedlungen, als gehörten wir dort nicht hin.
Ganz besonders liebe ich die Touren im Winter. Im Schnee der Wege (und abseits davon) zeigt sich, wie viele Beine vor uns hier gelaufen sind, auf Wanderschaft, auf der Suche oder auf der Flucht. Strecken, auf denen man sich in der Sommersonne von einem Schatten zum nächsten drückt, schnurren in der Kälte zusammen; jeder Tritt klingt appetitlich nach Zwieback. Die Bisse des Frühfrosts sind vergessen, sobald sich glitzernde Hügel vor uns ausbreiten oder doch wenigstens alle Bäume Eisnadeln tragen vom Nebel. Schlechtes Wetter haben wir nie; höchstens mal die Handschuhe vergessen.

