»Die ziehen nach Süden«, erklärten die Eltern, als das Kind fragte, warum jeden Tag mehr Schwalben auf den Stromleitungen hinterm Haus saßen. »Die erfrieren sonst im Winter.«
Das Kind stand auf einem Sessel am offenen Fenster, es trug schon Strumpfhosen, denn im Schatten war es kalt; erster Holzrauchgeruch lag über abgeernteten Äckern. Auf den blitzenden Drähten saßen die Schwalben, ständig kamen neue Scharen an und suchten Platz. Hier flatterte es …
Unser Deutschland
Lichtblick
Unterschätzte Literatur
Einmal im Jahr, wenn es Frühling wird, liegen sie in den Mietshauseingängen, stapelweise verschmäht und jeden Tag zerzauster, bis eine mitleidige Seele sie mitnimmt in Richtung Papiercontainer: die lokalen Branchenbücher.
Mein Rat: Nehmen Sie eins an sich. Kochen Sie sich einen Kaffee, setzen Sie sich in Ruhe hin, widmen Sie diesem unterschätzten Druckerzeugnis ein wenig Aufmerksamkeit. Es wird sich lohnen. Je nach Region unterschiedlich umfangreich (hier in der Gegend sind es knapp 300 Seiten), läßt das Branchenbuch wirklich keine Wünsche offen …
Verständnisfrage
Es wäre dumm, nicht zu sagen, was auf der Seele brennt.
Es wäre klug, nicht zu sagen, was auf der Seele brennt.
Schön wäre es, wenn man mehr von Seelen verstünde, der eigenen und den anderen.
Dorfplatzkind
Als Pappelbacher Dorfplatzkind (Ortsteil Hauchlobenthal) kenne ich alle dörflichen Feste: Fronleichnam, Kerb, Fassenacht und natürlich die Weinfeste.
Fronleichnam war spannend; da war der Platz mit Blumen geschmückt, die Kirchenglocken läuteten, und dann kam die Prozession vorbei. Weihrauch, Baldachin für den Pastor, Musikverein und Großergottwirlobendich – hätte man mich gelassen, ich wäre sofort katholisch geworden. Die anderen Feste sahen sich recht ähnlich: Immer war da das Karussell, das Weinzelt, die Schießbude, in den ersten Jahren auch ein Orchestrion, der Musikverein blies Schlager, und man konnte gebrannte Mandeln und steinhartes Zuckerzeug kaufen.
Einmal, ich muß sieben oder acht Jahre alt gewesen sein, ging mitten beim Weinfest die Sirene los …
Winkewinke!
Wenn man in die Suchmaschine tippt:
der einzige normale mensch auf der welt,
dann findet man offenbar mein Blog. (Ich fühle mich geschmeichelt, muß Sie da aber leider enttäuschen. Lakritze ist genausowenig normal wie alle anderen auch.)
Ich weiß nicht, wie er mein Blog gefunden hat, aber Daniel von Mein Lesesessel hat es dort sehr nett vorgestellt. Der »Lesesessel« ist ein junges Bücher-und-Drumrum-Blog aus dem Rhein-Main-Gebiet, mit hübschen Geschichten und Ideen wie dem »Wörtermuseum« für ausgediente Sprachperlen oder dem »Wein zum Buch«, für die sicherlich flüssigere Lektüre …
Einen herzlichen Gruß zurück!
Dort oben wunderbar
Weil es mal wieder sein muß, und weil Frühling ist, wie zumindest der Kalender sagt.

Als ich aus dem Zug springe, schneit es; die Schaffnerin schaut mitleidvoll auf meine Wanderschuhe …



