Für tagespolitische Themen taugt mein Blog nicht; das können andere bedeutend besser als ich. Dennoch folge ich dem Appell von Bloggerin Sherry. Sie hat recht — wir denken ja nicht alle so; das sollten wir zeigen. Und: wenn ich schweige, setze ich dem Wahnsinn nichts entgegen.
Das Wort Islamisierung sagt mir nichts. (Zu Christianisierung fiele mir mehr ein, aber das würde hier zu weit führen.) Die Forderungen der Leute, die gegen eine „Islamisierung“ auf die Straße gehen, machen mich fassungslos.
Warum Angst vor Fremden? Wer sind die überhaupt, die Fremden?
Aus den „Gastarbeitern“ und Zuwanderern von einst sind unsere Nachbarn geworden. Sie betreiben heute Läden, Praxen, Büros, führen Handwerksbetriebe und arbeiten im Öffentlichen Dienst. Ohne sie geht es nicht, und wieso sollte es auch? Es sind einfach die Leute in meiner Stadt. Keine Fremden. Ich habe tagtäglich mit ihnen zu tun. (Es ist mir übrigens piepegal, ob sie und was für einer Religion sie angehören, solange sie mich nicht zu bekehren versuchen – was mir noch nie passiert ist, nicht einmal unter Freunden.)
Dann gibt es Flüchtlinge. Das heißt, ich hoffe, es gibt sie; gesehen habe ich hier noch keine. Ich denke, es ist im Grunde sehr einfach: Wer in Not ist, braucht Hilfe. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit. Vor nicht einmal hundert Jahren mußten Menschen aus Deutschland fliehen. Hätten sie nicht in anderen Ländern Aufnahme gefunden, wäre unsere Welt heute eine andere.
In was für einer Welt wollen wir morgen leben?
Mir gefällt es nicht, wie zweifellos vorhandene Ängste in der Bevölkerung geschürt und in Haß verwandelt werden. Haß fühlt sich erst mal besser an als Angst, das ist wahr; aber wohin er führt, haben wir oft genug gesehen. Nein, ich habe kein Verständnis für diese Initiative der Unmenschlichkeit.
Und hier noch einmal eine alte Geschichte, aus gegebenem Anlaß.