Ähäms. (Gelesen.)

Dem Himmel sei Dank: ich bin zumindest nicht so weit gegangen, sie mir zu kaufen; sonst hätte ich jetzt einen Regalmeter weniger Platz. Und müßte mich wohl gelegentlich erklären.
Ich mag’s ja knapp und klar, freue mich an schöner Sprache und lese gern Menschen hinter den Worten. Reiseberichte, Essays. Mich interessiert das Geschichte von Geschichten, die Netze von Assoziationen. Namen kann ich mir nicht merken. Und dann …
Ein Epos.
Amerikanische Fantasy, besessen von der Alten Welt und ihrer Historie. Erzählt aus verschiedensten Perspektiven. Horden von Protagonisten in komplizierten Sippengefügen. Drachen. Zombies. Zauberei. Blut in Strömen. Muß ich mehr sagen?
Ich weiß nicht mehr, wie ich an die Bücher geraten bin. Man las ja und hörte so einiges; dann stellte ich fest, daß ich den Autor über eine Kette von zwei Personen kenne, und dann dachte ich, na, wann war das letzte Fantasy-Buch. Also lese ich doch mal eins.
Eins –! Pustekuchen.
Fortan hatte ich keine Parallelbücher mehr. Ich schlief nicht viel, las beim Essen, und wenn ich die Wohnung verließ, schleppte ich ein absurd dickes Taschenbuch im Rucksack mit.
Was kann ich zu meiner Entschuldigung anführen? Die Geschichte ist spannend erzählt, plausibel erfunden, und es ist noch nicht recht klar, worauf sie hinauswill. Blicke hinter die Kulissen von Macht. Saftige Welten. Und, herrje, Hauptpersonen? Bleiben nicht am Leben. Ganz im Gegenteil. Nach jedem Kapitel denkt man, puh, noch mal gutgegangen. Oder eben nicht … Jedenfalls las ich sämtliche verfügbaren Bücher am Stück, paar tausend Seiten alles in allem. Jetzt ist erst mal Ruhe.
Fünf Bände gibt es, jeder dicker als der vorhergehende. Zwei sind noch geplant; mit etwas Glück ist der Spuk also in sechs bis zwölf Jahren vorbei.
(Bei Sätze&Schätze fiel ich über die äußerst vergnüglichen Verschämten Lektüren: aaaah, alle haben Leichen im Keller. Sogar wer selbst schreibt. Und wer keine hat, gibt es bloß nicht zu.)

0 Kommentare zu „Ähäms. (Gelesen.)

    1. Oh, ich glaube, bloß im Nachbarland. .) Bei uns war im letzten Jahr gefühlt alles plakatiert mit halbnackten Königinnen, schlecht gelaunten Kriegern und Leuten in Pelz. Normalerweise ist so was ein sicheres Mittel, mich von einem Buch oder Film fernzuhalten.

      1. Kommt ein Thron auf englisch drin vor? Dann waren meine Recherchen erfolgreich. Aber das lesen … nun, ich weiß nicht. Vielleicht später. Zurzeit habe ich andere Präferenzen.

  1. Das erinnert mich an meinen letzten Leserausch. Andere Gattung, lange her aber unglaublich schön. Ob Ihr Bericht ein Anlass sein könnte…
    Morgendlichgraue Grüsse aus dem Vorfrühstücksbembelland

  2. Nicht fair, vielleicht wollen ja auch noch andere hinter vorgehaltner Hand, unter der Bettdecke, im Geheimen …. stimmt schon, übrigens. Ich würde meine Ähäms nicht zugeben. Sind aber schlimmer als Fantasy, finde ich. Die, an denen ich wirklich hänge, stehen ganz unten. In zweiter Reihe.

  3. Auch wenn ich die Reihe selbst nicht gelesen habe, würde ich doch sagen, einen Grund verschämt zu sein, sehe ich da nicht. Also viel Vergnügen mit den letzten beiden Bänden. Hoffentlich lebt er lang genug.

  4. Zitat: „Also, ‚mal reinlesen‘ geht jedenfalls nicht …“
    „Mal reinschauen“ funktioniert genauso wenig, was die Serie betrifft. Schnell beschleicht einen das Gefühl, besser heimlich schauen …

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