
Ich konnte etwas fotografieren, was man sonst nicht zu sehen kriegt. Einerseits sieht’s so aus.
Andererseits …
Kategorie: Fragen
Verständnisfrage
Es wäre dumm, nicht zu sagen, was auf der Seele brennt.
Es wäre klug, nicht zu sagen, was auf der Seele brennt.
Schön wäre es, wenn man mehr von Seelen verstünde, der eigenen und den anderen.
Dialektforschung, die neueste Runde
In neuem Glanz erstrahlt der Atlas zur deutschen Alltagssprache, der mit Hilfe des Netzes eine Bestandsaufnahme unseres Sprachgebrauchs angeht. Schon seit einigen Jahren laufen Fragerunden, deren Ertrag natürlich davon abhängt, daß möglichst viele Sprecher aus möglichst vielen Regionen teilnehmen.
In der Auswertung der neunten Fragerunde erfahren Sie etwa, wo man Sie für »stickum« nicht verständnislos angucken wird, daß Kartoffeln nicht gleich Kartoffeln sind, welche Stunde um »fünf über Sieben« geschlagen hat und wie seltsam das Saarländische wirklich ist.
Und wo Sie schon dabei sind: die zehnte Runde wird gerade erhoben — dauert nur ein paar Minuten. Viel Spaß! Und, bitte, weitersagen!
Aufgabe
Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, wie man Informationen — simple, aber lebenswichtige Dinge — über vierundzwanzigtausendeinhundertundzehn Jahre überträgt, und mir fällt einfach nichts Gescheites dazu ein.
Dialektforschung: weiter geht’s
Acht Fragerunden gab es bereits von den Sprachforschern der Uni Augsburg. Ziel dieses Projekts ist es, einen Atlas des aktuellen Sprachgebrauchs zu erstellen, und jeder kann per Internet mitmachen.
Gerade wurden die Ergebnisse der achten Runde veröffentlicht: Wo wird mit »Mörtel«, wo mit »Speis« oder gar »Malta« gebaut? Wo zahlt man mit »Groschen«, wo mit »Zehnern«? Gibt’s Ärger wegen einer »Zwille«, einer »Katsche« oder einer »Fletsch«? Sicher gibt es drängendere Fragen, aber die Freude an den hübschen Wörtern ist den Klick wert.
Und dann am besten gleich die Fragen für Runde 9 beantworten.
Gefunden

Zwischen meinen Dingen fand sich, in Papier gewickelt, das hier: eine Fliese mit hebräischen Zeichen. Ihre Geschichte ist mir abhanden gekommen — ich weiß weder, woher ich sie habe, noch, was ihre Inschrift bedeutet. (Da ich auch keine Wand habe, um sie anzubringen, habe ich sie einer Hausbesitzerin geschenkt.)
Wenn einem solche Sachen passieren, ist das ein klares Zeichen von zuviel Zeug.
Die nächsten Tage reise ich — mit leichtem Gepäck! — und habe mir geschworen, nichts mitzubringen.
Gehabt euch wohl!
Das Tüpfelchen auf dem i: Porzellan fürs Ei
Weißes Porzellan, das war für mich, aufgewachsen zwischen Mustern, die sich wie flegelhafte Mitbewohner aufführten, stets ein Inbegriff der Festlichkeit. Schlicht natürlich; höchstens noch ein Goldrand dran. Vielleicht war ich deshalb so anfällig für Eierbecher.
Eierbecher, so lernte ich, gebe es flächendeckend erst seit der vorletzten Jahrhundertwende; waren sie davor aus Metallen und Einzelstücke, wurden sie nun passend zum Tischgeschirr in Porzellan hergestellt: man vervollständigte sich. Da sie so klein waren und oft mit großem Ausschuß produziert wurden, sei auf den Hundertjährigen nur selten eine Herstellermarke zu finden.
Und nun kamen die Gestrandeten, allermeistens Einzelstücke, manche mit kleinen Fehlern, Macken oder Goldrand, aber alle weiß, und sammelten sich bei mir. Ich habe sie bepflanzt, als Vasen verwendet, mit Kerzen besteckt zu Kandelabern zusammengestellt und in ihnen den Digestif gereicht. Wir hatten es gut miteinander.
Und nun werde ich sie freilassen, alle sechzehn Stück.

(Falls wer möchte: Mail mit Adresse an mich; ich verschicke gern auch welche.)
Und das ist passiert:
Eierbecher 1
Eierbecher 2
Eierbecher 3
Eierbecher 4
Eierbecher 5
Eierbecher 6
Eierbecher 7
Eierbecher 8
Eierbecher 9 & 10
Eierbecher 11
Eierbecher 12
Eierbecher 13 bis 16 stehen noch immer bei mir. (Ich benutze sie derzeit zum Eieressen, aber vielleicht nicht mehr lange.)
Tüte?
Kürzlich fand ich beim Umtopfen in der frischen Blumenerde die brüchigen Fetzen einer Plastiktüte. Ihr Himmelblau und Meergrün erinnerte mich an die Haarnadeltüte meiner Mutter, eine gewöhnliche Plastiktüte mit einem Zugband als Verschluß, die, als ich fünf war, sicher schon fünfzehn Jahre Dienst tat. Mich hatte damals sehr fasziniert, daß es so ein Ding so viel länger gab als mich, und ich überlegte, ob wir da nicht vielleicht die älteste Plastiktüte der Welt besäßen.
Danach war mir eigentlich keine Plastiktüte mehr besonders sympathisch. Ich gehöre zu den Leuten, die die Dinger auf dem Markt kategorisch ablehnen. Aber auch wenn ich alles mögliche in Gläsern kaufe und mit Stofftaschen und Gefrierdosen in Geschäfte gehe — ich schaffe es trotzdem, alle vier bis sechs Wochen einen Gelben Sack zu füllen. Klar, so wird der Kunststoff recycelt. Aber wie viele Design-Müllbehälter aus Recyclingkunststoff braucht die Erde?

Noch habe ich Plastic Planet nicht gesehen, aber er steht schon auf meiner Liste. Über die Plastic-Planet-Webseite bin ich jedenfalls auf ein Projekt-Blog gestoßen, das mir sehr gefällt: Eine fünfköpfige österreichische Familie versucht, Kunststoffe in ihrem Alltag so weit wie möglich zu vermeiden. Dabei finden sie kreative Wege, ohne dogmatisch zu werden. Ihre Berichte machen deutlich: Plastik kann man kaum entgehen, es ist überall. Aber erstaunlich oft läßt sich das private Müllaufkommen erheblich reduzieren, wenn man seinen Lebensstil hinterfragt. Und all das, was uns die Werbung eintrichtert.
Das halte ich für absolut bedenkens- und nachahmenswert — es ist ein wichtiger erster Schritt; denn wir haben längst ein Müllproblem, auch wenn es erst einige Hardcore-Ökos ernst nehmen.
(Jajaja, es hängt so viel von Entscheidungen der Industrie ab. Aber wer sagt, daß der Konsument keinen Einfluß hat? Wenn beispielsweise eine Woche lang auch nur ein Teil der Kunden eine leistungsfähige Schere mit zum Einkaufen nähme und alle Plastikumverpackungen in den Läden ließe, dann würde das gewaltig auffallen. Und wäre sicher eine Botschaft an die richtige Stelle.)
Als ich übrigens ein paar Tage nach meiner Umtopfaktion am Telefon nach der alten Tüte fragte, meinte meine Mutter: Ach die, die hätte sie vor einiger Zeit, zusammen mit den Haarnadeln, weggeschmissen.
Mehr Dialektforschung
Ich hatte es vor einer ganzen Weile schon mal im Blog; nun geht es weiter — das Projekt »Atlas zur deutschen Alltagssprache« der Uni Augsburg fragt zum achten Mal.
Auch die Ergebnisse der siebten Runde sind frisch veröffentlicht: Wird man bei Ihnen verklopft oder verkloppt? Schwimmen in den Teichen Ihrer Gegend Wasserlinsen oder Entenflott? Und bestellt man in einer Bäckerei bei Ihnen professionell einen Hefegebäckmann?
Viel Vergnügen!
Fundsache

Ich wüßte gern, wie die da hingekommen ist. Würde in meine Sammlung passen …