
Das Hücker-Moor liegt bei Hücker, nicht bei Hück, und es heißt auch nicht Hückerer Moor: Hücker-Moor also; selbst wenn es kein Moor mehr ist, sondern eher so ein See, bis eineinhalb Meter tief, heißt es, doch wer will dem schon auf den Grund gehen.
Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.

Auf neunzig Hektar hügeligem Land bescheint die Sonne saftige Wiesen, Äcker und Weiden; dazwischen glitzern Teiche und Bachläufe und die Sprossenfenster von Fachwerkhäusern. Das ist das Freilichtmuseum …
In den Morgenstunden des 4. Oktober 1636 begann bei Wittstock nördlich von Berlin eine der entscheidenden Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Die Schweden kämpften gegen das überlegene kaiserlich-sächsische Heer, und sie siegten. Davon weiß man, weil es zahlreiche zeitgenössische Berichte gibt, Briefe von Heerführern, Musterrollen, Kupferstiche. Und 2007 wurde das Grab von 125 Gefallenen entdeckt — Menschen aus der Gegend sowie Söldner aus Skandinavien und Schottland, dicht an dicht auf dem Schlachtfeld beerdigt.
Ich weiß davon, weil ich Richensas Blog lese. Und auch wenn ich Schlachtenaufstellungen zu Schulzeiten immer möglichst schnell wieder vergessen habe, wollte ich diese Ausstellung sehen.

Untergebracht ist sie im Archäologischen Landesmuseum von Brandenburg an der Havel, einem wunderbaren Backstein-Klosterbau am Rande der Altstadt, Fußweg vom Bahnhof etwa zehn Minuten.
Im Gutenberg-Museum zu Mainz gibt es eine, wie nicht nur ich finde, sehr lesenswerte Ausstellung »On Type« mit Texten zur Typographie. Derweil …
Anders als beim Ausbüxen geht es beim Sonntagsausflug darum, möglichst bekannte Ziele zu besuchen und dafür möglichst wenig Fußweg in Kauf zu nehmen. Nicht viel nachdenken, tun, was alle tun — es ist ein gemächliches Schwimmen mit dem Strom.

Manchmal mache ich ja gerne Sonntagsausflüge — und Simsalabim, sprach die Ferienfee, dein Wunsch sei dir erfüllt: Rüdesheim am Rhein! Die »Germania«! Bootchen, Gondel, Ausflugslokal! Nur das Wetter, das wird maximal durchwachsen, aber bist ja nicht aus Zucker.
Aus dumpfen Gemächern nach draußen, ans Licht: schön wäre es gewesen. Zwar gab’s kein Weißes, das die Sonne hätte dulden können, aber Sonne gab es eben auch nicht. Was bleibt da übrig als ein Unterglasausflug in den botanischen Garten?
Der neue Anbau des Städelmuseums in Frankfurt ist ein unterirdisches Museum, und man merkt es nicht. Durch runde Oberlichter strömt der Tag, die Bilder und Skulpturen baden in Weiß. Wie viele Räume es hat, das Labyrinth aus hellen Räumen, läßt sich so schwer zählen wie die Besucher darin; man verläuft sich einfach. Gerne. Jeder Durchblick ist eine Augenweide.
Alle finden sie schön, die neue Stätte der Kunst, und diese Schönheit macht froh und freundlich: Fremde grüßen sich, lachen, reden miteinander. Der Ort beschwingt.
Was ich bei einem Einbruch hier mitnehmen würde? Sollte ich etwas stehlen, so wird es die Freitreppe sein, die aus dem alten Bau nach unten führt; eine glatte, fließende Konstruktion aus weißem Terrazzo.
Städelmuseum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt/Main
geöffnet Di – So 10 – 18:00, Mi & Do – 21:00
Eintritt (normal) 12 Euro
Das einzige Wetter, für das es keine richtige Kleidung gibt, ist Nebel. Beim Wandern stört er kaum, sofern er nicht Boden und Bäume schluckt, aber Panorama? Aussichtslos.

Den Donnersberg, der mit seinen 686,5 Metern Höhe über der Pfalz thront, kann man nicht übersehen, egal von wo man sich ihm nähert. Beim Aufstieg verliert er an Größe; alle Wege führen sanft nach oben, nur die letzten Meter zu den Aussichtspunkten muß man über gezackten Fels. Der Blick über das umliegende Hügelland soll spektakulär sein.
