Hücker-Moor

Fast finnische Verhältnisse.

Das Hücker-Moor liegt bei Hücker, nicht bei Hück, und es heißt auch nicht Hückerer Moor: Hücker-Moor also; selbst wenn es kein Moor mehr ist, sondern eher so ein See, bis eineinhalb Meter tief, heißt es, doch wer will dem schon auf den Grund gehen.

Pfade und Wege um das Hücker-Moor werden mehrfach im Jahr mit Kies und Rindenmulch bestreut. Trotzdem kommt der Morast immer wieder hoch; man kann schon mal einen Schuh verlieren zwischen den Ausflugslokalen am Nordufer des Sees, die auf Radfahrer warten und auf große Gesellschaften. (Betreiber wechseln wohl häufig; eins ist auch mal abgebrannt.)

Wer hier nicht unter einem Sonnenschirm oder am Heizpilz sitzt, fährt Bootchen im Sommer und im Winter Schlittschuh. Das Hücker-Moor hat seine Bestimmung gefunden als Kulisse der Naherholung. Auf den Speisekarten finden sich Fisch (nicht von hier), Würstchen und allerlei vom Grill, aber ganz oben in der Nahrungskette steht hier nicht der Ausflügler in der Goretex-Jacke und auch kein sagenumwobenes Moorgeschöpf — am Ende der Nahrungskette am Hücker-Moor steht sie, der textil nicht beizukommen ist, nicht chemisch und nicht mit der flachen Hand: Culex pipiens, die Stechmücke, von der ich ein Liedchen zu singen wüßte.

0 Kommentare zu „Hücker-Moor

    1. Ich glaube, es gibt Molche. Frösche sicher auch, und Enten. Sonst vorwiegend Algen und Ruderboote.
      Und das Lied der Stechmücke zählt zu den Liedern ohne Worte; ein unbeschreiblicher Ohrwurm.

  1. Ordentlich norddeutsch die Boote aufgereiht! Obwohl ich Moore mag, würden mich die Mücken abhalten, mich im Sommer dort aufzuhalten. Im Winter mit Eis statt Wasser ist es sicher auch idyllisch.

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