Im Bus

Zwei junge Frauen unterhalten sich.

»Also es Vanessa, das hat seinen Freund aber auch ganz schön unterm Schlappen.«

»Wieso?«

»Also immer, wenn die zusammen mit dem Auto kommen, fährt es Vanessa …«

»Hä? Das versteh ich jetzt nicht.«

»Also wenn es ein Typ und ein Mädel sind, muß doch wohl der Typ fahren!«

»Findest du?« — Denkpause. — »Und wenn der vielleicht gar keinen Führerschein hat?«

»Jaaa, vielleicht … aber trotzdem –!«

Geheime Botschaften: Zusatzstadtbewohner

Da hat Vilmoskörte wieder was Schönes angezettelt: in seinem Berliner Blog hat er die geheimen Botschaften seines Viertels gezeigt. Toll!, dachte ich. Und: Das haben wir auch! Das, ähnliches und anderes.

maennchenSchon lange beobachte ich diese kleinen Stadtbewohner. Sie treiben sich an Stromkästen, Laternenpfählen, Regenrohren und in Hauseingängen herum und lassen es allgemein an Respekt mangeln. Eigentlich sind sie recht unauffällig, aber seit ich sie im Blick habe, grüßen sie mich überall und heben meine Laune gleich um drei, vier Grade. Ich weiß nicht, wem ich sie zu verdanken habe, hoffe aber inständig, daß sie niemals dem städtischen Putzzwang zum Opfer fallen.

Einige von ihnen habe ich endlich eingefangen.

(Neu ist die Idee nicht — 2004 hat das wunderbare Stadtmagazin »Viertel vor« eine Bildreportage über sie gebracht.)

30 bunte Tassen — die letzte

Prunk & Pracht für Tee
Prunk & Pracht für Tee: Neuerer Porzellan aus Oberkotzau

neuerer_gedeck1Schon vorbei? Danke allen fürs Vorbeischauen und die netten Kommentare!

Für mich war die Tassenaktion eine Offenbarung. Nicht nur, daß ich bedeutend mehr als 30 Tassen in meinen Schränken habe. Ich habe erstmals einen Fotoapparat bedient, den mir nicht irgendwelchen Touristen in die Hand gedrückt haben (could you take our photo, please?). Das macht ja Spaß!

Insofern ist das hier kein Finale. Jetzt geht’s erst los.

30 bunte Tassen — achtundzwanzig

Nun habe ich mich mit meiner Kamera nach draußen gewagt: Einer meiner Lieblingsläden ist das Paradies des guten Porzellans. In wirtschaftlich klammen Zeiten hat der Einzelhandel zu leiden, aber hier wird kompetent und freundlich das Ideal des Fachgeschäftes hochgehalten. Die Auswahl ist überwältigend, und es gibt immer etwas Neues, Nützliches oder besonders Schönes zu sehen.

Im Porzellanladen
Muhlke GmbH hat das schönste Porzellan

30 bunte Tassen — siebenundzwanzig

Blechtasse
Blechtasse

Immer wenn ich diese Tasse sehe, packt mich das schlechte Gewissen: sie gehört nicht mir, und ich wollte sie eigentlich schon vor Ewigkeiten zurückgeschickt haben. Aber wie sieht das aus, wenn ich das jetzt noch mache? Nach all der Zeit? Inzwischen ist sie dreimal mit mir umgezogen. Ojeoje. So steht sie auf meinem Schreibtisch und quält mich leise, wie ein dumpfer Schmerz im Zahn.

30 bunte Tassen — fünfundzwanzig (Nocturne)

rosenthal

rosenthal_tasse

Sowas gibt’s auch bei Lakritzens zuhause: »Romanze in Dur« von Rosenthal, mit dem charakteristischen in sich gemusterten Porzellan. Fühlt sich interessant an.

Der traditionsreiche bayerische Porzellanhersteller ist insolvent. Während ich meinen Kaffee aus dem edlen Klassiker trinke, hoffen unter anderem die über tausend Angestellten des Betriebs auf einen neuen Investor. Ein klein wenig gruselig ist das schon.

30 bunte Tassen — dreiundzwanzig

Für Schnupfennasen
Für Schnupfennasen

Das Fieber steigt, Lesen hat keinen Zweck mehr. Die gedruckten Worte bekommen heiße Flügel, verhaken sich auf ungeheuerliche Weisen in den Hirnwindungen und benehmen sich dort nicht gut.

Schlafen ist das beste. Einfach nicht mehr zuhören, die Augen schließen. Wie spät ist es? Egal. Einmal werden wir noch wach, vielleicht zweimal, und dann ist die Welt wieder im Lot …

Zum Glück habe ich das hinter mir. Wenn ich das Bett hüten muß, ist jedenfalls immer sie dabei, die große weiße Arzberg-Tasse. Sie faßt einen knappen halben Liter Brombeerblättertee, und dank Deckel hält sie ihn von einer Wachphase bis zur nächsten warm.

Möge sie lange auf ihren nächsten Einsatz warten. Und gute Besserung allen, die sie gerade gebrauchen können.