30 bunte Tassen — zweiundzwanzig (Nachsitzen)

weigel

Das Keramikerehepaar Gotlind und Gerald Weigel lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Gabsheim, auf einem alten rheinhessischen Bauernhof. Bei ihrem wunderbar restaurierten Wohnhaus haben sie in den Nebengebäuden eine Töpferwerkstatt mit Brennofen eingerichtet. Einmal im Jahr, im Herbst, gibt es eine Werkstattausstellung in der Scheune. Jeder Besuch zeigt: Auch wenn es sicher nicht immer einfach ist, die Weigels leben ihren Beruf. In einem der ältesten Handwerke der Menschheit schaffen sie wieder und wieder Neues.

Ich besitze ein paar Stücke von Gotlind Weigel, aus der Zeit, in der sie noch Gebrauchskeramik gemacht hat. Ich mag das, daß sie alle unterschiedlich sind und daß man ihnen den Fertigungsprozeß ansieht.

Die Tassen habe ich geschenkt bekommen. Ich verwende sie für ganz besondere Gelegenheiten.

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30 bunte Tassen — die zwanzigste

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lichte_scheppNoch einmal: Fine China Lichte. Den Kaffeekern habe ich geschenkt bekommen (Danke, B.!), die Tassen und noch ein bißchen mehr habe ich später im Netz gefunden und ersteigert. War sicher mal eine edle Angelegenheit: blautürkis, hauchdünn, von Hand mit Gold bemalt. Bis zum Tête à tête ist es noch ein weiter Weg — ich habe genug für zwölf Personen.

Die Bemalung sieht überall ein bißchen anders aus, ein Milchkännchen ist nicht ganz rund — mir gefallen die vielen kleinen Fehler.

30 bunte Tassen — achtzehn

Fine China Lichte
Fine China Lichte

Hat man von einem Geschirr alles zerdeppert außer der Kaffekanne, dem Milchkännchen und der Zuckerdose, nennt man einen »Kaffeekern« sein eigen. Der Kaffeekern plus zwei Tassen mit Untertassen sind immerhin ein »Tête à tête«, und so eins besitze ich — ein Mokkageschirr der DDR-Marke Lichte.

Von Lichte gibt es auch großartige Sammeltassen, aber die habe ich, als sie mir zu viele wurden, an allen möglichen Orten stehenlassen, was sehr hübsch aussah. (Bilder habe ich davon aber leider nicht.)

Hier also mein Tête à tête in Weiß und Gold.

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Kuckuck!

30 bunte Tassen — Nummer Siebzehn

Gruß an die Donauweihnachtsfrau!
Gruß an die Donauweihnachtsfrau!

Hätte ich sie nicht geschenkt bekommen, könnte man sie als Jugendsünde bezeichnen. Sie ist das Modell »Nicht nachgedacht«: Viel zu groß — wer soll so viel trinken? — und so dünnwandig, daß alles Heiße darin in Windeseile kalt wird. Und mit der Goldfarbe kann ich sie nicht ordentlich spülen, obwohl sie einen Stahlschwamm dringend nötig hätte.

Zur Strafe steht sie fast unerreichbar weit hinten im obersten Schrankfach.

30 bunte Tassen — vierzehn

Das war mal ein schönes Geschenk! Diese Becher werden von einer Berliner Töpferin, deren Name mir entfallen ist, gemacht. Sie sind innen glasiert, schön dünnwandig und liegen gut in der Hand. Die Markierung ist ein fünfzackiger Stern und ein S.

Für mich sind die beiden ideale Gefäße für Malzkaffee; schade nur, daß ich den meist allein trinken muß.

Malzkaffee gefällig?
Malzkaffee gefällig?

30 bunte Tassen — die dreizehnte

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Die einzig weißen Tassen ...

Modell Unauffällig: keine besondere Form, keine Farbe, kein Dekor. Nicht mal eine Herstellermarke auf dem Boden. Einfach eine Bürotasse. Sie ist das letzte Erinnerungsstück an meine Zeit in der Agentur. Sollte ich in den letzten Jahren aus ihr getrunken haben, habe ich es mir nicht gemerkt.

Mag sie ruhig noch ein bißchen bei meinem Geschirr bleiben und meinethalben so lange mit umziehen, bis sie bricht.

Sie hat wohl einiges mitgemacht.
... sind die, in die man nicht zu genau hineinschaut.