Der Herr Doktor ist gleich da

Natürlich sei es ein Sonntag gewesen, erzählte sie, an dem mit einem »Kracks« die Plombe in der Brotrinde verblieb. Am Montag hätten Telefonate mit mehreren Zahnarztpraxen unterschiedliche Wartezeiten ergeben, und sie habe natürlich die notiert, bei der es hieß: Kommen Sie gleich; ja, jetzt sofort.

Dann nichts wie hin …

Postkarte (eisig) von der Aue

Flußlandschaft im Winterkleid.

Dank Frau Amsel ist’s nun wieder gut: Sonntagsausflug an den Rhein! Einmal vom Winter durchgekitzelt und ein wenig gebissen, und schon zieht das Fernweh die Krallen ein und ist wieder eine Weile brav.

Der nahe Fluß macht alles einfach, klar und schön. Er gibt die Richtung vor, die Jahreszeit das Tempo. Das Wasser trägt Blau und Opal, Milch und Gold die Ufer. Überhaupt, das Gold des Winters, das man mit dem Blick nur streifen kann, nicht fassen — in Gänseketten reicht es bis zum Himmel.

Auf Schritt und Tritt dabei: die Kälte. Sie achtet streng darauf, daß wir Schal und Mützen anlassen und nicht herumtrödeln. Für ein halbes Stündchen entwischen wir ihr in ein Anglerheim mit Kamin und Kakao, aber draußen lauert sie schon auf uns, scheucht uns weiter und schließlich wieder nach Hause in die geheizte Küche, Suppe essen.

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Ufer mit Spitzenkragen.

Mich brennt’s in meinen Reiseschuh’n

Alle Dinge sind an ihrem Platz, die Zimmer gefegt, die Sonne lacht zum Fenster herein, und ich, ich wäre gern nicht hier.

Bäume in Glas.

Ich hätte gern Boden unter den Füßen, Weg vor mir und über mir den Himmel mit allem, was er bringt. Ich würde gern der Straße folgen, bis sie im Wald versickert. Die Luft wäre so lebendig, daß jeder Atemzug in den Lungen hüpfte; der Blick begegnete keinem anderen, nur Stämmen und der Ferne dazwischen.

Dann würde ich fünf Kilometer lang die drei Worte suchen, die den Winter fassen, mich dann drei Kilometer lang auf acht Worte einigen, und wäre die restliche Strecke diesen Worten auf der Spur …

Nun reicht es höchstens für einen Gang zum Fluß und einen Blick auf die fernen Hügel. Die anderen Spaziergänger auf der Promenade schauen, als fehle mir etwas, und so kommt es mir auch gerade vor.