Manchmal dauert es etwas, aber wenn es wird, dann –! Lakritze reist ans Meer, und zwar, um den Ausdruck vom Spazierenseher zu verwenden, ohne Leine, und lernt Knoten machen. Drum wird hier Funkstille herrschen.
Wenn das Schiff zurück ist, schreibe ich eine Postkarte. Wünschen Sie mir Wind!
Schlagwort: Weg-Ruf
Gefunden

Zwischen meinen Dingen fand sich, in Papier gewickelt, das hier: eine Fliese mit hebräischen Zeichen. Ihre Geschichte ist mir abhanden gekommen — ich weiß weder, woher ich sie habe, noch, was ihre Inschrift bedeutet. (Da ich auch keine Wand habe, um sie anzubringen, habe ich sie einer Hausbesitzerin geschenkt.)
Wenn einem solche Sachen passieren, ist das ein klares Zeichen von zuviel Zeug.
Die nächsten Tage reise ich — mit leichtem Gepäck! — und habe mir geschworen, nichts mitzubringen.
Gehabt euch wohl!
»Gut« und »schön«: Abwesenheitsnotizen
Es ist Reisezeit, es ist Abwesenheitssaison. Neben der »guten Abwesenheitsnotiz« finde ich nun auch die weniger häufige »schöne Abwesenheitsnotiz« unter den Suchbegriffen, über die dieses Blog gefunden wurde.
Da scheint Bedarf zu bestehen. Hier also ein Crashkurs im Abwesen:
Eine »gute Abwesenheitsnotiz« zeichnet sich durch ihre Nützlichkeit aus. Beantworten Sie knapp und verständlich die klassischen W-Fragen:
Wer ist weg? (Das erschließt sich meist schon über den Absender der Benachrichtigung.)
Wie lange dauert die Abwesenheit? (Wichtig! Vergessen Sie nicht den Termin der Rückkunft!) Bei »von — bis«-Angaben ist bei »bis« der erste Tag der nächsten Anwesenheit zu nennen.
Wieso ist das wichtig? (In dieser Zeit werden Aufträge nicht oder nur verzögert beantwortet/werden Sie keine weitere Auskunft erhalten/sind Großbrände untersagt …)
Wo finde ich Hilfe? (Auf jeden Fall eine/n Vertreter/in angeben. Sonst sind die Kunden unzufrieden, und es stapelt sich nach dem Urlaub Arbeit auf dem Schreibtisch.)
Am Schluß noch möglichst wenig sarkastische Grüße an alle Daheimgebliebenen, und fertig ist die Laube!
Die »schöne Abwesenheitsnotiz« ist eine ganz andere Liga. Da darf sich die poetische Seele austoben. Hier könnten Sie einen Literaten zum Urlaubsort zitieren (etwa Sand über Majorca, Mann über Davos, Ransmayr über die Schwarzmeerküste /Arktis …). Oder Sie können sich eine anders »schöne Abwesenheitsnotiz« aus Formulierungen wie »in die Sonne fliegen«, »See-/Berg-/Tropenluft schnuppern«, »[beliebtes Reiseziel] unsicher machen«, »knackig braun« und »Euch eine schöne Zeit« selbst zusammenstricken. Versprechungen eines nach-urlaublichen Diaabends (’schuldigung, einer DauerPoint-Präsentation) sind möglich, aber nicht notwendig. »Ich werde Euch vermissen« bitte nur dann, wenn es wirklich stimmt.
Womit wir beim Bonusprogramm wären: der »wahren Abwesenheitsnotiz«. Diese bildet die kürzeste Nachricht in der Reihe, und an ihr ist nicht zu rütteln. Sie lautet:
Ich bin nicht hier.
Ihnen dann noch viel Spaß woanders!
!!!Hinweis!!! Das Wort »Abwesenheitsnotiz« an sich ist weder gut noch schön. Es ist eine mißratene Übersetzung aus dem Englischen und sollte eigentlich »Abwesenheitsbenachrichtigung« heißen. Aber das ist vielleicht ein bißchen lang …? Womöglich besser: Weg-Ruf? Oder: Urlaubspost? Vorschläge werden gern entgegengenommen.