Acht Fragerunden gab es bereits von den Sprachforschern der Uni Augsburg. Ziel dieses Projekts ist es, einen Atlas des aktuellen Sprachgebrauchs zu erstellen, und jeder kann per Internet mitmachen.
Gerade wurden die Ergebnisse der achten Runde veröffentlicht: Wo wird mit »Mörtel«, wo mit »Speis« oder gar »Malta« gebaut? Wo zahlt man mit »Groschen«, wo mit »Zehnern«? Gibt’s Ärger wegen einer »Zwille«, einer »Katsche« oder einer »Fletsch«? Sicher gibt es drängendere Fragen, aber die Freude an den hübschen Wörtern ist den Klick wert.
Und dann am besten gleich die Fragen für Runde 9 beantworten.
Das ist wirklich hochinteressant. Ich habe angefangen, den Fragebogen auszufüllen, bin dann aber an den Kasserollen-Fragen gescheitert. Und ich habe mich gefragt, wo man wohl sagt: Geh dich mal setzen.
Hab’s aufgegeben. Höre den individuellen Gebrauch der Wörter. Um mich gibt es kaum „normalen ortsüblichen Sprachgebrauch“. Nur wenige „Eingeborene“ um mich herum. Alle anderen schleppen noch Teile eines vor 30 oder 40 Jahren ortsüblichen Sprachgebrauchs ihrer Herkunftsregion mit sich herum. Und so kaufe ich beim Schlachter Lyoner, die aber beim Metzger „Feine Schinkenwurst“ heißt und beim Fleischer noch anders genannt wird.
Einen überwiegend einheitlichen Begriff gibt es für viele Wörter in dieser Gegend (Rhein-Main) nicht mehr.
Philipp, im Ostwestfälischen heisst diese Wurst „Diätwurst“ oder „Mortadella“, wenn Pistazien drin sind, wobei weder der eine noch der andere Begriff den Inhalt richtig wiedergibt.
Dabei hätte ich doch von den Ostwestfalen eine differenzierte Wurst-Nomenklatur erwartet. So viele verschiedene Wurstspezialitäten, wie die da haben …
Ich krame da auch in ganz alten Erinnerungen und mache Ausflüge in meine dörfliche Vergangenheit. Da gab’s einen Dialekt, und der war anders als der vom Dorf drei Kilometer weiter.
dito
Geh Dich mal setzen könnte aus dem Ruhrgebiet stammen. Da sagt man auch: „Geh ma nach Bett.
Bei uns war’s anders: Geh mo bei die Oma! Komm mo bei misch!
Könnte aber auch aus dem Bergischen kommen. Und an Lakritze: im Bergischen heißt es dann: geh mal bei die Omma. Doppel-M ist hier wichtig! :-))
Ja, das kenne ich von den Westfalen. Ich hatte anfangs etwas Probleme mit »Omma«; wenn man das bei uns im Südwesten sagt, ist es eher respektlos.
Ich bin gerade fertig geworden, diesmal war es leicht für meine Gegend.
Wie heißt denn bei euch das Schmierpapier? Das wußte ich nicht genau.
Wie schön…, wieder einal eine Zeitreise in meine alte Heimat. „Sudelpapier“ benutze ich zwar jeden Tag, aber das Wort habe ich fast vergessen.
Und mein absoluter favorite in dieser Ausgabe ist… HEUBÜRZLI.
Wobei bei uns der Bürzel eigentlich das Hinterteil, also die Fettdrüse beim Federvieh ist.
Ich habe die neunte Fragerunde auch schon vor ein paar Tagen ausgefüllt und wunderte mich auch über unterschiedliche Begriffe für runde und rechteckige Bräter.
Da wüßte ich aber auch keine. Bei uns gab es »Dibbe«, genauer unterschieden wurden die höchstens von Küchenprofis.
Spannend! Sicher kann man sich die vorigen Runden auch ansehen? Ich merke, dass ich mich an das (Ost)Westfälische und Hessische doch mehr erinnere als ich im Badischen heimisch bin, wo ich seit vier Jahren lebe.
Ostwestfälisch? Das empfinde ich nach wie vor als ganz schön fremd, so kurz vor Küstenplatt. (Die hatten da auch mal eine ziemlich hübsche Platt-Palette, aber diese Sprachen sind wohl vor zwei Generationen ausgestorben.)
so lustige umfragen mach ich gerne mit – allerdings scheitere ich auch an den beiden kasserolle fragen. Ich fürchte, wenn ich anders ankreuze und „Dings“ reinschreib, ist das der Empirie nicht gerade dienlich :-/
und in welcher gegen kommen all diese seltsamen ‚holen‘ statt ’nehmen‘ formen vor?
Holen? Im Saarland holt man Tabletten, man holt kiloweise ab (oder auch den Hörer vom Telefon), man holt es ganz genau. Und die, die Hochdeutsch sprechen, neigen zur Überkompensation: da hört man schon mal, jemand hätte auf der Autobahn »einen Laster übernommen«.