Das Tüpfelchen auf dem i: Porzellan fürs Ei

Weißes Porzellan, das war für mich, aufgewachsen zwischen Mustern, die sich wie flegelhafte Mitbewohner aufführten, stets ein Inbegriff der Festlichkeit. Schlicht natürlich; höchstens noch ein Goldrand dran. Vielleicht war ich deshalb so anfällig für Eierbecher.

Eierbecher, so lernte ich, gebe es flächendeckend erst seit der vorletzten Jahrhundertwende; waren sie davor aus Metallen und Einzelstücke, wurden sie nun passend zum Tischgeschirr in Porzellan hergestellt: man vervollständigte sich. Da sie so klein waren und oft mit großem Ausschuß produziert wurden, sei auf den Hundertjährigen nur selten eine Herstellermarke zu finden.

Und nun kamen die Gestrandeten, allermeistens Einzelstücke, manche mit kleinen Fehlern, Macken oder Goldrand, aber alle weiß, und sammelten sich bei mir. Ich habe sie bepflanzt, als Vasen verwendet, mit Kerzen besteckt zu Kandelabern zusammengestellt und in ihnen den Digestif gereicht. Wir hatten es gut miteinander.

Und nun werde ich sie freilassen, alle sechzehn Stück.

Eierbecher weiß Porzellan antik
Vor dem großen Ausflug

(Falls wer möchte: Mail mit Adresse an mich; ich verschicke gern auch welche.)

Und das ist passiert:
Eierbecher 1
Eierbecher 2
Eierbecher 3
Eierbecher 4
Eierbecher 5
Eierbecher 6
Eierbecher 7
Eierbecher 8
Eierbecher 9 & 10
Eierbecher 11
Eierbecher 12

Eierbecher 13 bis 16 stehen noch immer bei mir. (Ich benutze sie derzeit zum Eieressen, aber vielleicht nicht mehr lange.)

Für Elstern

Nicht umsonst hieß es einmal »weißes Gold«: Porzellan ist der Stoff, aus dem Christine Schönau ihren Schmuck macht. Und zwar Omas gute Sammeltasse, edle Rosenthal-Teller, Geschirr mit Struktur, Goldrand oder Blümchen. Teller und Gefäße werden gnadenlos und fachkundig zersägt, poliert und gefaßt und können dann um den Hals, am Ohr oder Handgelenk spazierengetragen werden.

hp_cs

Ich spiele mit dem Gedanken, die ein oder andere meiner 30 bunten Tassen »in Urlaub« zu schicken …