
Kategorie: Erfreuliches
Mundraub. Und Erntedank
Wo Wald und Feld Seit an Seite über die Hügel ziehen, wo man einerseits Schatten, andererseits Sonne, hie Buchfink und da Lerche haben kann, wenn man Pfade sorgsam wählt und Strecken zurücklegt – da ist der beste Ort. Die beste Zeit: ist jetzt.
Jetzt im knappen Ackerrainschatten nach oben schauen: da hängt der Himmel voller Äpfelchen und kleiner, holziger Birnen. Die Kirschen, dunkel und ein bißchen bitter, sind schon durch; die Pflaumen brauchen noch, und auch die Walnüsse lassen sich noch nicht aus ihren grünen Hüllen lösen.
Hagebutten könnte man jetzt, könnte man das, in Köstliches verwandeln (hätte man doch ein Körbchen dabei!). Auch Quitten wären in den Taschen nur Ballast. Viel leichter, im Vorübergehn an Maiskolben und Trauben zu picken auf dem Weg zum Waldrand.
Dort und an Bahndämmen, das weiß jedes Kind, wachsen die Brombeeren. Sie sind nicht anpflanzbar und nicht käuflich. (Erwachsene vergessen das und gehen in den Supermarkt, um hinterher enttäuscht zu sein.) Brombeerdickicht erfordert lange Arme und ein dickes Fell, und nachher sind die Finger schwarz.
So wird der Wanderweg zum Gang durch eine Speisekammer, links und rechts gesäumt von Herrlichkeiten; genug für alle, wie viele Beine sie auch haben. Jede Frucht macht süße Flecken auf der Seele; jeder Zweig lockt weiter in die Höh. Weit kommt auf diese Art kein Mensch: so, so ungefähr denke ich mir das Paradies.
Schöne und nützliche Sachen
Schöne Sachen XII
Postkarte: Tag am Meer
Die erste warme Zeit des Jahres verlangt nach einem Tag am Meer, und wenn schon nicht Meer, dann zumindest am Wasser und im Querformat, weil man ja jetzt schon Stunden in den Wiesen liegen könnte, ohne sich ein kaltes Kreuz zu holen. Schöner als ein Tag im Liegen aber ist ein Tag im Laufen, und noch viel schöner ist ein Wandertag dann, wenn man eigentlich Besseres zu tun hätte. (Nichts Besseres natürlich, nur vernünftiger, nützlicher womöglich.)
Also zogen zwei, statt Nützliches zu tun, an den mittleren Rhein, genauer gesagt in die Rheinauen auf der Höhe von Ingelheim. Es wurde ein denkwürdig schöner Tag am Meer.

Schöne Sachen XI
Der zweite Blick

Eine gewöhnliche Hausecke — tausendmal dran vorbeigelaufen …
Haaalt!
Schöne Sachen X
Schöne Sachen IX
Mehr Garn

Die Schönheit der kleinen Dinge, die jeden Tag durch unsere Hände gehen: die Künstlerin Monika Mosburger vermag sie festzuhalten. In ihrer Sammlung haben sich Gegenstände des täglichen Lebens aus den vergangenen hundert Jahren und mehr erhalten. Sie fügt sie zu Bildern zusammen, die so vertraut scheinen, aber bei genauerem Blick auf Abwege führen: Was näht man eigentlich mit englischem Glacé-Garn? Auf welchen internationalen Ausstellungen wurde Zwirn prämiert? Und wie es wohl kommt, daß sich der Himmel in einem hundertjährigen, schwarzen Leinenfaden spiegelt?










