
Wer im Juli nach Sizilien fährt, sei gewarnt: es ist heiß da. Schon kurz nach Sonnenaufgang heizen sich Straßen und Plätze so auf, daß an körperliche Anstrengung kaum zu denken ist. Erst abends schütteln die Orte ihre Trägheit ab.
Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.
Ob mehr England oder mehr Frankreich, ist nicht gleich zu entscheiden. Die Namen von Orten und Häusern lesen sich französisch und klingen völlig britisch; zum Frühstück gibt es Black Pudding, zum Nachtisch Crème brulée. Deutsch war man auch mal, aber nicht gern, und schaudert heute noch in den alten Betontunneln.
Zweimal täglich setzen die Gezeiten alle Boote im Hafen auf Grund. Man verbringt viel Zeit auf Abbruchkanten, blickt ins Blaue, Graue und Grüne und erwartet unentwegt malerische Schafherden; es gibt aber fast keine, bloß Banken, Versicherungen und Kühe. Und harte Pullover aus Fremdwolle — das Jersey-Schaf ist ausgestorben.
Die Insel zeigt ihren Besuchern ein freundliches Gesicht, ein sonniges, üppiges, butterfett glänzendes. Besucher sind gern gesehen, wenn sie, wie die Flut, immer wieder kommen und immer wieder gehen.
Urlaub auf den Kanaren. Weil in der letzten Minute anderes nicht mehr ging. Eine Woche hemmungslos Touristin — aber nein, das habe ich dann doch nicht hinbekommen.
Woraus Ferien bestehen: aus dem weißesten, weichesten Sand, Sonne auf den Schultern, dem vornehmen Rauschen der Ostsee und Nadelbaumduft. Alles Wichtige ist woanders. Wo komme ich gleich noch her? Muß ich da je wieder hin?

Der Nordosten hat mich überrascht, Usedom war wunderschön. Über die mehreren Millionen Marienkäfer konnte ich hinwegsehen — so ein Hut ist eine feine Sache. Ich habe Räucherfisch gegessen, Sterne beobachtet und für alle Fälle die Adressen notiert. Vielleicht sind ja irgendwann mal wieder Ferien.
