Jersey: die schönen Blumen

Beete, Rabatten und Gewächshäuser blühen hier den ganzen Sommer hindurch; auf Klippenkanten und Wattflächen, in Felsnischen und unter zerzaustem Gestrüpp gedeihen zähe, anpassungsfähige Inselgewächse ganz von selbst.


Was sich nicht einfangen und abbilden läßt: Nur ein paar Schritte vom Strand entfernt übertönen Ginster und Wacholder, in der Sonne gedörrt, mit dem Knacken ihrer Schoten die Brandung.

Postkarte vom Kanal

Ob mehr England oder mehr Frankreich, ist nicht gleich zu entscheiden. Die Namen von Orten und Häusern lesen sich französisch und klingen völlig britisch; zum Frühstück gibt es Black Pudding, zum Nachtisch Crème brulée. Deutsch war man auch mal, aber nicht gern, und schaudert heute noch in den alten Betontunneln.

Zweimal täglich setzen die Gezeiten alle Boote im Hafen auf Grund. Man verbringt viel Zeit auf Abbruchkanten, blickt ins Blaue, Graue und Grüne und erwartet unentwegt malerische Schafherden; es gibt aber fast keine, bloß Banken, Versicherungen und Kühe. Und harte Pullover aus Fremdwolle — das Jersey-Schaf ist ausgestorben.

Die Insel zeigt ihren Besuchern ein freundliches Gesicht, ein sonniges, üppiges, butterfett glänzendes. Besucher sind gern gesehen, wenn sie, wie die Flut, immer wieder kommen und immer wieder gehen.

… und der Himmel über Jersey