… die Technik …

Seit ein paar Tagen tut mein Blog-Reader nicht mehr; das praktische Werkzeug, das unter wordpress.com/#!/read/ Neuigkeiten aus meinen Stamm-Blogs für mich sammelt, zeigt momentan schlicht gar nix mehr an. Doch, ein schwarzes Würmchen auf weißem Grund, das pixelweise so ein bißchen zuckt.

Jetzt aber: von Hand lesen? die liebgewordenen Blogs alle einzeln aufrufen? Och nö. Sollen die erst mal sehen, daß sie das wieder hinkriegen. Aber, bittschön, ein bißchen schnell; man verliert ja völlig den Anschluß …

Man gewöhnt sich schnell an die Segnungen der Technik, wird bequem und merkt das erst, wenn sie nicht mehr mitspielt.

(Hat noch jemand das Problem? Und vielleicht eine Lösung? In den WP-Foren herrscht seit Tagen Schweigen zu dem Thema.)

Kalte Schulter

Bahnhöfe sind Einfallstore und machen selten Lust zu bleiben. Ein Bahnhof ist kein gutes Aushängeschild, darum will ich ihr den ihren nicht verübeln, dieser Stadt; lieber schnell hinaus auf den Vorplatz und weiter in die Straßen und Gassen.

Am Wegrand hat sie bis dahin bereits tausendfach versichert, wie gern sie einen habe; eine Nette sei sie ja. Und beliebt. Und erfolgreich. Und auch kulturell ganz vorne mit dabei. Und wie er ihr glücke, der Spagat zwischen volkstümlich und gediegen … Ach, sei doch ruhig, fahre ich ihr in die Parade. Gut gegackert, aber nun die Eier, bitteschön. Mein Mißtrauen jedenfalls hat sie geweckt.

Vorm Bahnhof dann: da war mal ein Rotlichtviertel. Die meisten Puffs haben sich gemausert zu besseren Hotels für Messegäste. Souvenirs gibt’s reichlich, Stadtdevotionalien im Überfluß. Auslagen und Fassaden sind so vorteilhaft beleuchtet, daß selbst vereinzelter Schmuddel wie geleckt erscheint. Und über der Inszenierung wachen scharenweise Kameras.

Nie saß ich in so properen U-Bahnen, selten bekam ich so unfreundlich Auskunft. Die Speisekarten waren erwartbar oder abgehoben, die Portionen groß und lieblos, die Kellnerinnen schnippisch (oder nicht von hier), der Kaffee überteuert. Diese Stadt und ich, wir haben nicht zueinander gefunden; am Ende war ich froh, wieder am Bahnhof zu sein. Ich habe güldene Eier auf den Dächern gesehen, denkmaltauglich angestrahlt, aber kein Nest. Zumindest nicht für mich.

Mit anderen Worten: Ich war in München, und ich habe kein einziges Bild gemacht. (Passende Fotos gibt es hier.)

Hinweis

Ich habe wohl etwas angestellt, oder es ist einfach mal wieder soweit: WordPress mag mich nicht mehr und sortiert alle meine Kommentare als Spam ein. (Es gibt auch noch andere Mucken und Tücken, aber die Unsichtbarkeit meiner Kommentare ist zur Zeit die nervigste.)

Falls ihr nun irgendein Brieflein von mir im Spamfilter findet, holt es bitte raus; vielleicht läßt sich so mein ramponierter Leumund reparieren. Danke!

Ich habe einen Wunsch.

Ich fahre Auto nur, wenn ich muß. Ich hasse es, schon beim Ankommen gestreßt zu sein, und an Streß führt mit dem Auto kein Weg vorbei. Im Ernst, lieber als eine Stunde auf der A5 sitze ich zwei Stunden in einem verspäteten Zug — das ist entspannter.

Kürzlich mußte ich eine längere Strecke durch Frankreich fahren, anderthalbtausend Kilometer vorwiegend Autobahn. Seitdem weiß ich, daß Autofahren auch anders geht: ganz gemütlich bei Tempo 130.

Kein kilometerlanges Festhängen hinter LKWs, weil auf der Überholspur ein Raser den nächsten jagt. Keine Manöver mit panischem Rückspiegelblick: huch, eben noch am Horizont, jetzt schon an meiner Stoßstange. Stunden fahren, ohne daß die Laune leidet; sogar für Sehenswertes am Wegesrand sind noch Kapazitäten. Da fängt Urlaub tatsächlich schon auf der Reise an und nicht erst, wenn man den Autoschlüssel gut verkramt hat.

Das Tempolimit hätte ich gern als Souvenir mit nach Hause genommen, aber leider, leider gibt es in Deutschland eine zu starke Lobby für die Raser. Das Recht, ungedrosselt Treibstoff verbrennen zu können, wird gerne zum Menschenrecht hochstilisiert; da sind sich Politiker und Industrievertreter für nichts zu schade. (Hübsch übrigens: Auf der Wikipedia-Seite zum Thema sind die Länder, die kein generelles Tempolimit haben, aufgelistet. Da steht Deutschland zwischen Staaten wie Afghanistan, Libanon, Nordkorea, Somalia, dem indischen Bundesstaat Uttar Pradesh und Vanuatu.)

Der Trostpreis war immerhin ein finanzieller: Im Frankreich-Urlaub hat mein Auto, voll beladen und gut besetzt, im Schnitt einen Liter weniger auf hundert Kilometer getrunken. Bemerkenswert fand ich das, weil ich auch auf den heimischen Autobahnen nur 130 fahre — offenbar macht sich schon die ruhigere, glattere Fahrweise im Verbrauch bemerkbar.

Mein Wunsch: Tempo 130 auf deutschen Autobahnen, bitte! Und wer trotzdem rast, soll zahlen. Das hat sich in anderen Ländern bestens bewährt. Wieso zeigt sich Deutschland auf diesem Gebiet so rückständig?