Wo Robert Schumann, geistig umnachtet, seine letzten beiden Jahre verbrachte, befindet sich heute ein Teil der Stadtbibliothek Bonn: die musikalische Sammlung.

Das Haus ist offen; in jeder Hinsicht lädt es ein. Im Erdgeschoß drängen sich Notenhefte, nach Instrumenten und Komponisten sortiert. Es herrscht leise Geschäftigkeit: ein dunkel gekleideter Mann runzelt die Stirn über mehreren aufgeschlagenen Partituren; eine Frau streicht durch die Regale mit der Blechbläserliteratur, ein Mann — schmale Hände, volle Lippen — wendet Seite um Seite einer Flötensonate.
Einige knarrende Stufen höher stehen Zeitschriften, die Musikbibliothek, und zwischen den Bücherwänden ein Konzertflügel. Vielleicht fünfzig Zuhörer finden hier Platz, wenn es Kammermusik gibt. Zwei Nebenräume beherbergen ein kleines Schumann-Museum mit Bildern, Briefen und Urkunden.
Hier ist die Musik zuhause, Vergangenheit, Gegenwart und vielleicht auch Zukunft. Besser hätte sie’s kaum treffen können: ein schöner Ort, der einlädt zum Besuchen und Anschauen.