Am Bahnhof von Boppard am Rhein nehme man ab Gleis drei das blaue Bähnchen nach Emmelshausen. Es fährt, so steht es im Prospekt, die steilste fahrplanmäßig betriebene Strecke ohne Zahnradantrieb: die Steigung beträgt sechs Prozent. Die fünfzehn Kilometer Bahntrasse sind über weite Strecken in oder durch den Fels gesprengt und auf Stelzen über die engen Täler des Hunsrücks geführt; schaut man aus dem Fenster, sieht man Wald, Wald, Wald. 1908 war die Eröffnung; heute ist dieses Stück der letzte Rest der einstigen Hunsrückbahnen, 2009 wieder in Betrieb genommen.
Im Netz stehen Beschwerden: sooo toll sei die Fahrt gar nicht, man sähe ja nicht eine einzige Eisenbahnbrücke. Merke: Die Schienen sieht man besser von außerhalb des Fahrzeugs, und dafür gibt es einen Hunsrückbahnwanderweg. Viele Leute machen es so: sie fahren von Boppard bis Buchholz und gehen am spektakulärsten Teil der Strecke entlang zurück. Kein Spaziergang; festes Schuhwerk ist vonnöten. An jedem Viadukt, an jedem Tunnelmund steht eine Bank.

Möchte man es anders machen und von unten hochgehen …