Unruhige Nacht auf See

Am zweiten Tag betrügt uns die Wettervorhersage – der Wind dreht nicht, und er bleibt auch nicht mäßig. Unser Ankerplatz liegt schutzlos, der Anker greift nicht im steinigen Grund. Es ist fast dunkel, als wir zum nächsten Hafen müssen, hinter die nächste Landzunge; nicht weit, aber gegen Wind und Wellen. Wir fahren mit Motor, das spürt man mehr, als man es hört: das ganze Schiff bebt im Takt der zwei Zylinder, während es sich über die Wellenberge schiebt. Windstärke 7 – nicht viel, eigentlich, aber so ein alter Segler sollte da im Hafen vertäut sein …

Postkarte vom Großen Belt

Schwesterschiff: S.S. Amphitrite.
Die schöne Schwester: S.S. Amphitrite.

Der Wind ist kein braves Arbeitstier; launisch ist er und schwer zu berechnen. Aber gibt man ihm etwas zum Spielen, etwas Schönes: Laub, Flügel, Rotorblätter, Fahnen oder eben Segel, so läßt er sich herbei und wirft sich ins Zeug. Bis ihm wieder langweilig wird und er sich dreht oder legt, reißt er das tonnenschwere hölzerne Schiff mit sich und beschert uns gute Fahrt …