Die niedersächsische Stadt Göttingen ist bewohnt von etwa hundertfünfzig- bis zweihunderttausend Fahrrädern. Sie finden sich auf öffentlichen Plätzen zu riesigen Herden zusammen und bilden charakteristische, nahezu unentwirrbare Dickichte. Domestizierte Exemplare leben in Kellern und Verschlägen; die meisten jedoch verbringen den größten Teil des Jahres unter freiem Himmel, wo sie mit der innerstädtischen Flora um Lebensraum konkurrieren.
Eine kapitale Esche, von Fahrrädern eingekreist.Ein einzelnes Fahrrad hat sich zu weit von der Herde entfernt …
Alles über Fahrräder (und wie es dazu kommen konnte) findet sich bei Flann O’Brien: The Third Policeman — deutsch von Harry Rowohlt: Der dritte Polizist.
Numminen, geboren 1940, studierte in Helsinki unter anderem Nationalökonomie, Philosophie, Soziologie und Sprachwissenschaften. Um Marx im Original zu lesen und »Frauen zu beeindrucken«, lernte er Deutsch. Es hat alles nichts geholfen, wie er in seiner Selbstdarstellung schreibt; er ist doch Musiker geworden.
Mit unterschiedlichen Bands hat er sich um den Jazz und vor allem den finnischen Tango verdient gemacht (und dabei eine Reihe bemerkenswerter Haartrachten zur Schau getragen). Seine klassischen Konzerte sind ausgebuht, seine Lieder zensiert [pdf] worden. Er ist der Mann, der Wittgensteins Tractatus vertont hat und den jedes finnische Kind als weißen Hasen aus dem Fernsehen kennt. Seine Fans skandieren: NUMMINEN, DO IT MORE FALSELY!
Hier sind zwei Minuten Numminen für Einsteiger:
PS: Ursprünglich hatte ich in diesem Artikel viele Dinge mehr aufgeschrieben, sie dann aber alle wieder gestrichen — wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.
PPS: Und gleich reagiert ein Fahrrad-Blog. Ob uns eine Numminen-Renaissance bevorsteht? Bei Trikont gibt es seine großartig-abseitige CD »Dägä Dägä« … (Ich danke Stroheim für den Stups Richtung Trikont!)