Vorliebe

Meine Texte mag ich am liebsten, wenn sie mir vollkommen fremd geworden sind. (Zusatz: und ich nichts dran zu verbessern finde.)
Das kann dauern. Bei Fotos ist das anders; die werden nie handzahm, bleiben dem Augenblick verhaftet. Worte hingegen wachsen langsam und manchmal schmerzhaft; sie ganz wieder zu vergessen, kostet Zeit.
 

0 Kommentare zu „Vorliebe

  1. Eine anregende Beobachtung. Vielen Dank dafür.
    Fotos gefallen mir erst, wenn Aussage und technische Ausführung kongruent sind. So wie bei einem guten Drink.
    Wenn ich mir als Fremder meine eigenen Texte vorlese, stimmen im besten Fall die Bilder zu den Gedanken oder Stimmungen, die erzeugt werden sollen.
    Wie bei einem guten Gericht, da müssen die Ingredienzen zusammenpassen.
    Samstagabendlichschöne Grüsse aus dem sinnenden Bembelland

    1. Ich glaube, bei Fotos ist das der Unterschied zwischen Profi und Knipsen. Beim Schreiben bin ich unschlüssig, wo die Grenze verläuft, ob es überhaupt so etwas gibt bzw.  ob es Bedeutung hat. Spannend. Regengrüße zurück!

      1. Vielleicht ist es wie bei allen Grenzen – so lange sie durchlässig sind, ist Entwicklung möglich… Sie haben aber auch ein Talent, Gedankengebirge in Bewegung zu bringen…
        Klasse! (lieben Sie Lexika?)

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