Dialektforschung II

… diesmal aber professionell: Der „Atlas zur deutschen Alltagssprache“ ist ein laufendes Projekt der Universität Augsburg.

Er soll den derzeit gültigen Sprachgebrauch in den unterschiedlichen Regionen des Landes abbilden: wie heißt „es reicht“? Wie nennt man einen „Putzlumpen“? Wie sagt man zum „Haus“ beim Fangenspielen? Man kann sich lange festlesen.

Die Daten werden in Online-Befragungen erhoben — das heißt, jeder kann mitmachen, der einen Internetzugang hat.

Klar, daß das eher die jüngeren Menschen sind, deren Sprachgebrauch sich, auch klar, von dem älterer Generationen unterschiedet. Aber vielleicht kriegt ja jemand Oma oder Opa vor den Rechner …

Viel Vergnügen beim Stöbern und Ausfüllen!

0 Gedanken zu „Dialektforschung II

  1. Das ist ein wirklich guter Tipp. Rettet die Mundart, solange ihr sie noch irgend wie sprecht oder versteht ! Nicht ganz so upto date aber auch sehr segensreich wirkt das LUI an der Uni Tübingen:

    (http://www.uni-tuebingen.de/kultur/04-ta/index.htm).

    Hier habe ich vor vielen, vielen Jahren im Nebenfach studiert und solch bewegende Seminare wie „Die Kulturgeschichte des Bieres in Südwestdeutschland“, „Flurnamen im Wandel der Zeit“ oder „Wallfahrt und Votivtafel – zur Geschichte der Volksfrömmigkeit“ (jeweils mit Feldforschung) belegt.

  2. Die Aufsätze, an denen ich mitgewirkt habe, sind so nie veröffentlicht worden. Ich weiß jetzt nicht, ob das mit deren Qualität zu tun hatte…

    Aber der Mann hier:

    Ernst Christmann, Weinlagennamen in Pfalz und Rheinland, in: ders., Flurnamen zwischen Rhein und Saar. (Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Speyer, Bd. 49) Speyer 1965, S. 165-196.

    hat ziemlich viel in Sachen Flurnamen geforscht und etliche Bücher oder Schriften herausgegeben. Vielleicht ein Hinweis ???

  3. Und da ich grade meine Recherche-Box offen hab…

    wie wärs mit HANS RAMGE,
    (zus. mit W. Haubrichs) Zwischen den Sprachen. Siedlungs- und Flurnamen in germanisch-romanischen Grenzgebieten, Saarbrücken 1983.

    Viel Spaß

  4. Na ja, nicht nur an solch wichtigen Dingen der Menschheitsgeschichte. Es waren auch so banale und unwichtige Themen dabei wie „Männlich – weiblich: zum Wandel von Leitbildern“ oder „Bauern, Bonzen, Bodensee – zur politischen Kultur in Oberschwaben“.
    Aber das Studium der Empirischen Kulturwissenschaften (so nannte man die Volkskunde verschämt, nachdem sich einige Volkskundler von den Nazis haben instrumentalisieren lassen)war ein echtes Highlight. Lernen fürs Alltagsleben ! Das ist lange her, aber ich profitiere immer noch davon, im Privatleben wie im Beruf.

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