Schwarz und gelb gescheckt: Ahornblätter, die als feuchter, rauher Teppich den Weg bedecken; darin ein gleiches Ahornblatt, genauso schwarz und gelb, das einen Fingerbreit über den anderen schwebt, vom eigenen Stengel im Abstand und in der Balance gehalten. Überhaupt, diese viel zu schwarzen Flecken auf dem Laub mancher Ahornbäume dieses Jahr. Wie Teertropfen, wie Löcher in mondlose Nächte. (Ich hätte das gern fotografiert.)
Oh, und wie das Licht mit dem Dunst des Flusses spielt an einem bewölkten Tag! Als würde das Wasser kochen, hebt sich Grau hinter Grau. Die Uferhänge ohne Laub, von rasenden Wolken schwarz gescheckt und hier und da von Sonnenflecken angesteckt, daß sie auflodern; der Strom unten, Silber und Blei, reicht den Weiden bis zu den Knöcheln und ist viel zu aufgeregt, um die Uferpromenaden ordentlich zu spiegeln. (Nun gut, das läßt sich, wie ich weiß, ohnehin nicht abbilden.)
Die Fassade der 20er-Jahre-Apotheke, Granit, mit stark stilisierten Tierkreiszeichen, wirkt unaufdringlich-repräsentativ. Es ist aber eine Wäscherei darin; in einem Fenster wirbt sie mit einem blütenweißen Hemd, in Folie auf die Scheibe geklebt. Direkt darunter das Tierkreiszeichen Krebs: sieht aus wie ein weiteres Hemd, aus Stein, aufgeregt winkend. Ich muß lachen und mache ein Bild. Ein junger Mann, der hinter mir geht, bleibt an derselben Stelle stehen, zieht das Smartphone und knipst ebenfalls. Vielleicht erscheint dieses Bild, auch wenn ich’s nicht mehr zeigen kann, in einem fremden Feed; das würde mir gefallen.
(Die Kamera ist wirklich weg; damit muß ich mich wohl abfinden.)