Fernblick

Nicht ganz das Dach der Welt ...
Nicht ganz das Dach der Welt …

Hier ist Rheinhessen. So häßlich, klagte mir mal ein Zugezogener aus einer anerkannt schönen Ecke der Welt. Und spektakulär ist es hier wirklich nicht. Nicht die Helden der Sagen oder die Drachen sind hier zuhaus, sondern der Spielmann. Keine Naturwunder, keine Landschaft, die den Atem raubt; das größte Menschgebaute hier sind Autobahnen und Windanlagen. Die Luft teilt man sich mit den Flugzeugen vom Flughafen Rhein-Main.

Dieser Fleck der Erdschale ist gerunzelt und zerschliffen zu Hügeln und Hügeln; dausend Hiwwel, sagen die Einheimischen. Auch dieser Hügel ist nicht hoch, einer von vielen, aber wer ihn durch die Weingärten ersteigt, steht über allem, direkt unterm Himmel, sieht Wolkenzug und Sonnenbahn und unterschiedliches Wetter in verschiedenen Richtungen, müßte nur die Hand ausstrecken und könnte ein Sträußchen Windräder pflücken.

 

(Kleiner Gruß an Frau Amsel, die schon hier oben, und an Herrn G., der ganz da hinten war.)