Ei, Milch, Mehl und Butter nach Gefühl; in der Pfanne blasig gestockt und goldbraun ausgebacken. Solang er noch knistert, auf den Teller. Um den herum stehen die Sommer vergangener Jahre, löffelstarrend: die Marmeladen von L.
Holunderblüte mit märkischem Streuobstwiesenapfelsaft: allein die Holunderblüte ist mir ein Vergnügen; dazu denk ich mir knorrige Bäume an einem Hang, unter brandenburgischem Himmel mit Schwalben darin, und solang man nur nach oben schaut, ist die Welt in Ordnung.
Schwarze Johannisbeere. Mit dem Löffelrücken ausgestrichen, bleibt sie doch schwarz; beim Zusammenrollen schon steigt der Duft nach süßer Erde auf. Wie im Garten der Großmutter, dieser Erinnerungswildnis voller Kirschen und Beeren. Im Kirschbaum lernte ich, daß die hübschen, runden Marienkäfer Raubtiere sind, und im Johannisbeerbusch, daß es sich lohnt, vorsichtig zu kauen, um die Kerne herum. Das hat sich bis heute nicht geändert: so köstlich.
Dann aber! Gold auf der Gabel, beinah scharf, und schon schmeckt’s süß nach Ferne: bittere Orange aus Sevilla! Über den Butterglanz reisen schmale Schalenboote, und beißt man auf eins, ist das Sonnenauf- und -untergang in einem. Nur nicht schlingen! Wie alles Kostbare ist es schnell vorbei: zwei Stück, und der Löffel klappert im leeren Marmeladenglas.
Ein Fest, eine Freude, eine kleine Seligkeit! Die Amsel im Hof stimmt das Große Pfannkuchenlied an, als wüßte sie genau, wovon ich rede.
Herrlich sinnlich dein Foodporn-Artikelchen. Ne, nicht Foodporn. Viiiiel besser. Ich kann es förmlich riechen.
Guten Appetit!
Hahaha! Foodporn. Jetzt hab ich endlich das Wort dafür. Hach! Danke!
Gibts schon. Für Futterbildersüchtigenbilder. 😉
Gut, dass ich gerade Erdbeeren frisch vom Erzeuger verputzt habe, sonst würde ich jetzt in die Küche rennen und …
Erdbeeren, das ist aber auch was. Wenn das Wetter schöner wird, kaufe ich auch wieder welche; bei denen schmeckt man jede Stunde Sonne …
Und jetzt fall ich noch über die Wassermelonen im Kühlschrank her.
Was für eine im wahrsten Sinne des Wortes köstliche Hommage an eine Pfannkuchenmahlzeit! Da kriegt man ja Hunger … 🙂
Oh, mir hat mal jemand Apfelpfannkuchen gemacht; das wären Oden gewesen …
Und sie wären mit Sicherheit ein Genuss geworden! 🙂
„die Sommer vergangener Jahre“ ist eine wunderschöne Umschreibung für Marmelade.
Danke! Dabei stimmt das nicht mal ganz. Die Orangenmarmelade ist ein Winterprodukt; nur schmecken tut sie eindeutig nach Sommer.
zufall wir haben vor nicht mal einer halben stunde leckeren pfannkuchen gegessen mit grünem salat a la gräfin dazu pfiffen die bussarde im hof ihr pijuuu-pijuu die ollen totemtiere
Hofbussarde! Fehlt nicht viel zum Picknick mit Bären. Keine Musik, nur Tanz.
Nur die Speckpfannkuchen von Muttern bleiben mir ewig im Gedächtnis. Bei allem was ich zaubere ist der Genuss ist immer viel zu schnell vorbei und vergeht ohne Erinnerung.
Danke, dass du ihn mit anderen Sinnesgenüssen angereichert und literarisch unsterblich gemacht hast.
Ich bewundere das, wenn Menschen Freude am Kochen haben, auch wenn sie Stunden in der Küche stehen und das Ergebnis dann binnen Minuten weggeputzt ist. Ich könnte das nicht, außer das Wegputzen, natürlich. Aber Pfannkuchen gehen eigentlich immer. (Unsterblich ist allerdings nur der aus dem Märchen. Kanntapper kanntapper!)
Hach, das „Große Pfannkuchenlied“, ich kann es fast hören…
..aber wo sind die Fotos dazu!!! (-;
Wie viele Weisen es gibt, Pfannkuchen zu essen.