Kleider machen Leute – don’t try this at home.
Falls Sie etwa die Federboa suchen sollten, zu der geht es hier entlang. Ich möchte heute lieber vom Garderobenbügel erzählen. Mittlerweile ist Gras über die Sache gewachsen, deswegen kann ich das ruhig.
Mit Frau Amsel war ich im Theater, in so einem Studioding, hübsch über den Dächern der Stadt, da nimmt man Treppensteigen gern in Kauf. Foyer und Bar waren gleich vor dem kleinen Saal, und da war auch die Garderobe. Die bestand aus nichts als einer Kleiderstange voller Bügel; wer wollte, der konnte.
Und an dieser Kleiderstange hing, unter lauter unauffälligen Geschwistern, er. Der Garderobenbügel. Frau Amsel, die meine Hobbies kennt, hängte gleich ihre Jacke darauf. Was aber nun? Stehlen, an einem Ort, den wir sicher wieder besuchen wollen würden? Ein Theater, und sei es auch nur seine Garderobe, schädigen?
Ich beschloß: fragen kostet nichts, stehlen kann man notfalls immer noch, und wandte mich an den Kartenabreißer. Wer für die Garderobe zuständig sei? Oh, sie könnten keine Garantien übernehmen, jeder Besucher sei gehalten, selbst auf seine … Neinnein, wie man zum Beispiel an so einen Bügel käme? Da wäre so ein interessanter … Der junge Mann stutzte. Ein Bügel? Also, er sei da leidenschaftslos. Wenn wir es nicht allzu auffällig machten – er habe nichts gesehen.
Frau Amsel nahm nach der Vorstellung ihre Jacke über den Arm. Den Bügel darin, den habe ich jetzt. Hier ist er.

Ich danke herzlich allen Beteiligten.