Kreiznacher Gäßche

Postkarte für den Herrn Buchfink.
Postkarte für Herrn Buchfink.


Vom Herrn Buchfink weiß ich das folgende wunderhübsche Stückchen Text:
[…] iwwer Noh, im Lauregässche,
uff’m Kummrefässche
hockt de Moses, mi’m Neezgescherr
un ’s Valenzias Dicker
koddelt Knepp un Klicker
mit Nevians Hosseschisser aus’m Kalte Loch
Un ’s Seirers Bettche, steht im Hausgangs Eckche
un lässt sich kisse, vun eme feine Herr
un ’s Fraa Euler-Gänsche
geht bei Stierleys Fränzche
un kääft sich Merbes vun de vorich Woch‘ […]

— und mehr weiß man denn auch nicht, leider. Was ist das? Von wem ist das? Gibt es mehr davon?
Ob meine kluge Kommentarspalte weiterhelfen kann?
 
 

0 Kommentare zu „Kreiznacher Gäßche

  1. Pälzisch soll das sein oder was? Und folglich ein Heimatdichter ebendieser Zunge? Knepp un Klicker hab ich hier http://www.verstecken.uni-trier.de/cgi-bin/WBNetz/Navigator/navigator_py?sigle=PfWB&lemid=PS11963&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&sigle1=PfWB&lemid1=PK03329&sigle2=PfWB&lemid2=PL00990 wiedergefunden. Demnach so etwas wie „für ’n Appel und ’n Ei“, also weder Nach- noch Straßenname. Bekommen wir denn auch eine Übersetzung? Raten kann man das kaum. Ist Neezgescherr eine Brille?

    1. Das muß Kreuznacher Gerberviertel-Platt sein, wie es das aber inzwischen sicher nicht mehr gibt. Über den Dichter weiß der Überbringer dieser Zeilen nichts; der hat sie auch nur gehört. Für mich klingt es wie ein Lied.
      Zur Übersetzung, soweit ich weiß: Über der Nahe, in der Lauergasse, auf dem Kummerfäßchen[?] sitzt der Moses mit dem Neezgescherr [Brille? Taschentuch?], der Dicke von Valenzia spielt um Knöpfe und Murmeln mit dem kleinen Jungen von Nevian aus dem Kalten Loch, Seirers Elisabeth steht in einer Ecke des Hausgangs[?] und läßt sich von einem feinen Herrn küssen, und das Gänschen von Frau Euler geht zum Franz Stierley und kauft sich Backwaren aus der letzten Woche. (Alle Schreibweisen sind geraten, wenn auch nicht von mir.)

  2. Ich verstehe gar nichts und kann somit auch nicht weiterhelfen. Andere Dialekte sind eher meine Welt. Aber ein Lob an Lakritze, die nicht nur ihre Sprache in aussergewöhnlicher Weise beherrscht, sondern jetzt auch noch Sprachforschung betreibt.

  3. Ich verstehe es zwar (als Schweizerin, die mit einem Pfälzer verbändelt ist), aber ein Woher ist mir nicht bekannt. Ich wüsste aber einen potentiellen Wisser und werde ihn mal fragen. 🙂

    1. Oooch, meine liebe, leider sagt mir das nichts!
      Bedeutung?
      Finde die Vorstadtausläufer von KH schrecklich öde- aber andere Stellen wieder furchtbar schön. Beispielsweise die Eremitage in KH-Bretzenheim, aus Gründen und eh.
      Grüße

    2. In der Eremitage war ich eine Dreiviertelewigkeit nicht mehr; aber im Gewerbegebiet Richtung Autobahn (Bosenheim etc.) möchte man nicht tot vom Zaun hängen. Schlimm, diese Stadtauswüchse.

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