Weitermachen

Das Telefonat aufschieben, bis der Tag hinreichend sonnig ist und die Vögel laut genug singen, denn schlimmer hätte es ja, machen wir uns nichts vor, kaum kommen können; sie dann so gefaßt vorfinden, es gibt kein Wort dafür als: tapfer; natürlich traurig, aber den Blick nach vorn, die Jahre noch nehmen, hätte sonst ja keiner was von, weitermachen, was sonst, und wie’s denn zuhause ginge, doch hoffentlich gut; am Ende versprechen, sich selbst am meisten, bald vorbeizuschauen; und dann, in Sonnenschein und Vogelgezwitscher, heulen müssen wie ein Schloßhund.
 
 
 
 
 
 

0 Kommentare zu „Weitermachen

  1. mein herz ist voll mitgefühl.
    dünnhäutigkeit ist zwar oft grund für weh, aber auch ausdruck der fähigkeit intensiv wahrzunehmen; ein wesenszug, den ich schätze. auch an dir. und bei dir dazu noch die fähigkeit, diese intensität sehr nachfühlbar in worten auszudrücken. danke fürs teilen!

  2. Zwei mal in den letzten 20 Jahren war ich in der Situation, am anderen Ende der Leitung jemand zu wissen, wo das Leben nur noch wenige Monate bereithält, auch wenn andere dieser Altersgruppe durchaus noch 30 oder 40 Jahre leben. – Und zumindest einmal hätte ich gern die Rollen getauscht, weil es mir fast das Herz zerrissen hat.
    Ich wünsche dir und der Person am anderen Ende des Telefons viel Kraft und Mut.

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