Ein Fluß, wie ich sonst keinen kenne. Sie hat kein gebautes Bett und nimmt keinen braven Lauf; sie schmiegt sich und mäandert, sie verzweigt sich, versandet hier und reißt dort mit. Zwischen breiten Schilfgürteln strömt und stockt sie und spiegelt den Zug der Wolken und Wolken von Kranichen. Mit offenen Armen nimmt sie Schönheit vom Himmel und von der goldengrünen Weite um sie herum, fügt ihnen die eigene, silbrige hinzu und macht eine Landschaft daraus, die den Horizont weiter spannt und das Herz öffnet.
Links und rechts halten Deiche respektvoll Abstand; hinter ihnen ducken sich die Dörfer. Sie wissen wohl, warum. Aber an Tagen wie diesem ist die Oder ein Lied, eine funkelnde Lockung zwischen Weiden, und man möchte sie über den Bug eines Kahns oder im Wintereis sehen, um ihr nur ein bißchen näher zu kommen.

Schön poetisch!
so ein schönes foto!
Schön! So wie du die Oder beschreibst – ich kenne sie nicht -, erinnert sie mich an die Loire, die auch kein gebautes Bett hat, die nicht brav ist, sondern mäandert, hier versandet und dort auch mal mitreißt. Ich liebe diesen Fluss.
Schön erfasst und erzählt. Vielleicht klappt es nächstes Mal mal gemeinsam?
Vallartina, apfelesserin, danke! (Das Foto reicht hinten und vorn nicht. Sie ist viel, viel schöner …)
Rotewelt, dann wäre die Loire ein weiterer Fluß, den ich noch besuchen muß.
Frau Eichhorn, ich melde mich — rechtzeitig!
So schön, wie Du die Oder siehst.
So schön, daß ich sie sehen durfte! Danke!
Sie kann tatsächlich ganz schön böse sein, die Oder. Ich war zufällig 1995 (?) in Maltsch an der Order (Malczyce), als nach tagelangem ungeheurem Regen die große Oderflut gekommen ist. Tiefe, sehr dunkle Wolken, tief dunkel das Wasser, verschwundene Wiesen, Menschen in heller Aufregung.
Muß wohl so sein … die tiefdunkle Seite der grünsilbernen Medaille. Ich kenne Hochwasser nur von braveren Flüssen, und da sind sie schon schlimm.