Die Oder aber:

Ein Fluß, wie ich sonst keinen kenne. Sie hat kein gebautes Bett und nimmt keinen braven Lauf; sie schmiegt sich und mäandert, sie verzweigt sich, versandet hier und reißt dort mit. Zwischen breiten Schilfgürteln strömt und stockt sie und spiegelt den Zug der Wolken und Wolken von Kranichen. Mit offenen Armen nimmt sie Schönheit vom Himmel und von der goldengrünen Weite um sie herum, fügt ihnen die eigene, silbrige hinzu und macht eine Landschaft daraus, die den Horizont weiter spannt und das Herz öffnet.
Links und rechts halten Deiche respektvoll Abstand; hinter ihnen ducken sich die Dörfer. Sie wissen wohl, warum. Aber an Tagen wie diesem ist die Oder ein Lied, eine funkelnde Lockung zwischen Weiden, und man möchte sie über den Bug eines Kahns oder im Wintereis sehen, um ihr nur ein bißchen näher zu kommen.

Reicht nicht: Blick vom Deich.