In der Schießgartenstraße, einer der stilleren Straßen von Mainz, trifft man auf eine Arbeit des Pfälzer Bildhauers Gernot Rumpf aus den Siebziger Jahren.
Vor dem Hochhaus des Ministeriums für Kultur steht ein bronzener Baum; drei Äste schwingen sich zum Himmel, gebogen wie die Arme einer Leier. Zwischen ihren gewölbten Außenseiten geben Reihen von Bronzebrüsten Wasser, das rings um den Stamm zwischen den Bodenplatten versickert; aus dem nassen Kreis scheinen glatte Metallknospen nach oben zu drängen.
Der Baum ist behängt mit Glocken und Glöckchen in traditionellen Formen aus aller Welt, ineinander verschachtelt und mit breiten Klöppeln versehen, so daß sie den Wind einfangen und den Glockenbaum klingen lassen können.

Als Symbol für Frieden und Wachstum wurde er hier aufgestellt; »Beamtenwecker« nennt man ihn in der Stadt. Der Weckton ist wahrscheinlich nötig, wenn zu Arbeitszeiten das Brunnenwasser beruhigend rauscht.
Ach ja – die Rumpf-typische Bronzemaus fehlt natürlich auch hier nicht; nach Dienstschluß ist sie trockenen Fußes erreichbar.
(Bilder vom Brunnen und anderen Werken gibt es u.a. hier.)
Interessante Perspektive!
Das geht nur nachts. Tagsüber bekäme man bei dem Anblick nasse Füße. .)
Beamtenwecker also.
Ich liebe den Volksmund!
Es hätte mich nicht gewundert, hättest Du an die stelle des Fehlenden einen weißen Eierbecher gehängt.
Haha! Ausgezeichnete Idee. Man bräuchte nur eine Leiter, etwas Draht und eine gewisse Abgebrühtheit …
Besser einschmelzen lassen und etwas vernünftiges machen.
Da wäre ich aber gar nicht froh. Ich liebe die Rumpf-Brunnen. Und alle Kinder auch.
Das mit dem Einschmelzen ist schon zu bedenken. Nur um das Mäuschen und den Spatz wäre es schade.
Einen schönen Blickwinkel hast du gefunden!
Hach, „Beamtenwecker“ ist ein toller Ausdruck 😉