Postkarte aus der Schweiz

Hinauf den Fluß: Den Ebenen des Niederrheins und den mittelrheinischen Weinhängen folgt Baden, südlicher besonnt, und dann die Schweiz, wo sie Seen haben und Alpen und das End-li.

Selbst die Bausünden sehen irgendwie proper aus.

Die Bergwiesen wirken wie gefegt, oben auf den Gipfeln glitzert – ooooh! – Schnee, und die Städte stehen voller Blumenkübel. Man geht bei Rot nicht über die Straße und winkt den Autofahrern zu, die am Zebrastreifen halten. So gehört sich das hier.

0 Gedanken zu „Postkarte aus der Schweiz

    1. Ich staune immer, wenn ich dort oder auch in Österreich bin — es gibt so viele Unterschiede zu hier, nicht nur in der Sprache. Mir gefällt das ja; ich weiß gern, wo ich bin.

  1. Ich bedanke mich immer beim Busfahrer, bzw. verabschiede mich beim Aussteigen – ein Gebot der Höflichkeit 🙂 – und wenn mich jemand über die Straße läßt, halte ich es ebenso, ein freundlicher Wink ist nicht zuviel verlangt.

    1. Also, ich bin von Busfahrern schon sehr seltsam angeguckt worden. Ist bei uns nicht üblich — jeder tut, was von ihm erwartet wird, und gut ist. (Ich übertreibe stark; es gibt natürlich Ausnahmen. Aber die fallen auf.)

    1. Nicht? Für mich ist jeder Besuch ein bißchen so, als fiele ich in ein Bilderbuch. Es mag ein Klischee sein, aber die Schweizer scheinen mir echt ein Händchen für Idylle zu haben.

  2. Sehr feine Postkartengrüße sind das, liebe Lakritze!
    Ich habe mich einmal ein paar Tage in Sils Maria aufgehalten, um mit einigen anderen Studenten Nietzsche zu lesen … wurde aber stündlich deprimierter und reiste dann verfrüht ab. Ob es die idyllische Landschaft oder der sperrige Text war, versuche ich immer noch herauszufinden … 😉

    1. ich denke mal eher der sperrige Text, denn die Landschaft um Sils Maria kann einfach keine Depression hervorrufen. So schön dort.

  3. Dazu kommt natürlich für mich die der Vorteil, daß ich mit meiner BaE immer die Schweiz neben mir habe und bei Besuchen der Verwandtschaft ganz andere Einblicke erhalte.

  4. Es ist wahrscheinlich die „Ordnung in allen Dingen“, die es dort so schwer erträglich macht, bei aller Schönheit und Höflichkeit. In Deinem Satz „Die Bergwiesen wirken wie gefegt“ ist genau das enthalten. Man würde nicht wagen, auf die Wiese zu spucken. Auf dem zweiten Bild in der Reihe wächst in all dem Grün nicht ein Un-Kraut. In der Schweiz fange ich an, Unkraut zu vermissen, so sehr ich es zu Hause verfluche.

    1. Ich finde, die Schweiz hat immer von allem alles: dort liegt der einzige Campingplatz, auf dem ich je eine Nachtruhezeit erlebt und mich gefühlt habe wie bei Asterix bei den Schweizern. SDR3 war zu meiner Zeit der fortschrittlichste Radiosender, den ich kannte. Die Pogues spielten ein Konzert in Winterthur, in der Innenstadt, ohne Eintritt, ohne Zeitlimit. Basel hatte eine Weile die liberalsten Drogengesetze südlich der Niederlande, in Zürich fand eine unkommerzielle Variante der Loveparade statt, ich glaube, lange vor der Loveparade selbst. Aus vielerlei Gründen: Gar nicht so uninteressant, die Nachbarn. Auch mal abgesehen von ihrer Schokolade.

  5. Ich kenne kein Land (zumindest in Europa), das so widersprüchlich ist. Gefegte Bergwiesen vs. wilde Stadtgraffitis, nationalistische Politiker vs. liberale Drogenpolitik, Heidi-Romantik vs. Züri-West, Alphorn vs. HipHop-OpenAirs uswuswusw.
    Genau das macht die Eidgenossenschaft so spannend. Ich bin gerne dort, noch gerner wenn das Töchterchen wieder in Luzern studiert, also ab September – und auf der Durchreise nach Italien sowieso.

  6. Wassily, Oachkatz, ich sehr schon, ich kenne zu wenig von der Schweiz. Auf den ersten Blick ist mir große Ordnung suspekt; insofern kann ich Karus Gefühle nachvollziehen. Aber fürs Dörflich-Gefestigte habe ich eine Schwäche, zumindest als Touristin. Und die städtischen Seiten habe ich noch gar nicht erkundet.
    Irgendwann mehr Postkarten …

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