Netze

In der Dämmerung zwischen Häusern und Fluß jubeln sich hundert Amseln die Kehlen wund; die Straßenbäume knospen dazu und machen, was sie können aus dem städtischen Frühling. Alles atmet, alles lebt, lacht, strebt unter einem Himmel, der endlich wieder offen steht.

Für die Märzfliegen aber, die noch nicht viel wissen vom Leben, sind sorgfältig geknüpfte, zarte Silbernetze gespannt, in Liebe und Gleichmut bewacht von den Spinnerinnen; geduldig geben sie im ersten Grün der Randstreifen ihre Lektionen.

0 Gedanken zu „Netze

    1. Sie will ja auch nur leben. Umso erstaunlicher finde ich, wie unverdrossen sie immer wieder ihre Netze erneuert. Und so viel Sorgfalt, wie sie hineinsteckt — das muß Liebe sein!

  1. Ich meinte die Worte, nicht die Spinnen oder die Fliegen, an der Sache selbst finde ich weniger Tröstliches. Meine Mutter liebte Spinnen, so lange sie es noch konnte, trug sie jedes noch so eklige Riesenexemplar sorgsam in den Händen nach draussen, aber 8 Jahre lang konnte sie das nicht mehr, das ist der Unterschied zu den Märzfliegen.

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