Aus dem Zug steigend streifte ich fast eine Frau, die mit hochroten Pumps und hochroten Wangen den Bahnsteig auf und ab marschierte. Mein Blick blieb etwas zu lange an der Tulpe in ihrer Hand hängen.
»Ja, ich weiß, man nimmt sonst Rosen. Aber das ist mir zu abgelutscht. Ich warte hier nämlich auf jemanden … die (mit der Tulpe wedelnd) ist das Erkennungszeichen. Er hat dann auch eine. Hoffe ich zumindest. Der letztes Mal hatte wohl keine Rose mit, da waren’s noch Rosen, oder er hat sie weggeschmissen. Jedenfalls stand ich da zehn Minuten — unmöglich, sowas. Könnte wenigstens höflich sagen: tut mir leid … Ich würde das machen, wenn er überhaupt nicht mein Typ wäre. Wobei, das ist ja angeblich gar nicht so wichtig. Meine Oma sagt, die besten Ehen hätten sie wegen des Ackers geschlossen; na, ich weiß nicht. So ein Versorger. Ist vielleicht nicht das Übelste. Oje, da kommt der Zug, wünsch mir Glück …«
Ich bin gegangen und habe nicht nach der zweiten Tulpe geschaut. Aber ich habe ihr einen gewünscht, einen Versorger auf dem weißen Pferd, mit goldenem Herzen und untadeligen Manieren.
Chapeau! Der Moment ist wunderschön eingefangen.
Ich schließ mich an: Schönschreibpoesie!
Soll ich ihn hauen, lakritze?
Reinste Poesie ist das!
Schönen Dank. Ihr Lieben.
Bzw. Schönschreibdank!
Wunderschön und direkt tief hinein in mich.
Danke, Frau Eichhorn.
Ach, wer wünscht sich nicht so einen…
Alle, die schon einen haben?
In Wirklichkeit kommt so ein Idiot der zufällig in das Beuteschema passt, gibt am Anfang was aus hat aber nichts auf dem Konto. Die Bude muss geputzt werden und das Leben ist wieder grau.
Wenn Wünschen helfen würde, wäre alles anders!
das war bestimmt gar kein blindes Date…., das war nur die Begrüßung