Biete: ein »Enzyklopädisches Wörterbuch — Handausgabe« (Band 2: Deutsch-Englisch) von Muret-Sanders, Ausgabe von 1910, dunkelgrün, knapp 1100 Seiten; Erhaltungszustand: keine Schönheit, aber brauchbar. Es stehen wunderhübsche Wörter drin wie Chausseefloh: road hog, Wischstrick (zum Reinigen des Gewehrlaufs): pull-through und verinnigen: intensify.

Da es nur der halbe ist (der erste Band, Englisch-Deutsch, fehlt), verschenke ich ihn. Fragen beantworte ich gern. Interessenten bitte Nachricht an mich.
Nachtrag Januar 2013: Jetzt ist er weg!
Es hat gedauert (und ich hatte bereits erwogen, ihn in einen öffentlichen Bücherschrank zu stellen), aber nun hat der Muret-Sanders eine freundliche Bleibe gefunden. Möge er nie mehr Regalplatz kosten, als er Freude schenkt!
Schlagwort: zu verschenken
In gute Hände abzugeben
Schon seit Jahren denke ich, daß meine Schränke zu klein sind. Und für mehr Schränke ist die Wohnung zu klein … Ich habe nämlich so viele Dinge, die ich einfach nicht fortwerfen kann, obwohl ich dringend Platz bräuchte.
Da wäre etwa mein Studentenbudengeschirr: aus dritter Hand und also alt, aber eigentlich nichts Besonderes. Das hat mir damals die Freundin einer Freundin freudestrahlend in die Hand gedrückt, die es gerade von ihrer Tochter zurückbekommen hatte (und die es wohl auch nicht wegwerfen wollte …): Kannst du nicht ein schlichtes, altes Fürstenberg-Geschirr gebrauchen? Für fünf Personen? — Damals sagte ich zu so etwas nie Nein; ich liebe Dinge, die älter sind als ich. Und dann hat es ein paar Jahre bei mir Dienst getan.
Einsame Suppen habe ich davon gegessen und Aufläufe in bester Gesellschaft, opulente Frühstücke und das übliche Stück Torte nach dem späten Seminar. Es kam mit auf WG-Feten und machte sich bei Picknicks nützlich. Wenn wir den Tisch mit altem Leinen und Flohmarkt-Silber gedeckt hatten, sah das Geschirr regelrecht edel aus. Es fiel nicht auf, daß die Suppenteller kleine Mängel hatten (die hatte ich sogar gern) und daß die Frühstücksteller nicht exakt zueinander paßten. Festlich wirkten sie allemal, so elfenbeinfarben und aus dünnem Porzellan.

Dann waren fünf Gedecke irgendwie zu wenig. (Nimm doch lieber das neue, davon haben wir genug.) Und kann man das denn wirklich nicht in die Spülmaschine stecken? (Ich will es nicht riskieren. Trocknest du ab?) Kurz, seine Zeit war abgelaufen, und nun steht es gestapelt im Schrank.
Wegwerfen geht auf gar keinen Fall. Verkaufen? Ach, dafür würde doch keiner Geld ausgeben. Und außerdem habe ich es selbst geschenkt gekriegt. Weiterschenken, das wäre es — an jemanden mit einem Herz für Dinge, die viel erzählen könnten, der Sympathien hegt für schwarze Punkte im Porzellan und der seine einsamen und geteilten Eintöpfe von Tellern essen will, die feierfest und mondlichttauglich sind.
Wer mag?