Einmal war ich samstags im Wald verabredet. Genauer gesagt: an einem Dorfbahnhof am Waldrand; und um da hinzukommen, mußte ich morgens rechtzeitig meinen Schlafplatz unter einem Baum räumen, fünf, sechs Kilometer über Waldwege bis zu dem Dorf wandern und dann für den Fall, daß die Bahn nicht pünktlich wäre, ein Wartebuch in der Tasche haben. Der Zug kam, die Verabredung stieg aus, und wir gingen erst mal einen Kaffee trinken. Den Termin hatten wir am Donnerstag vorher ausgemacht. Das war 2013.
Ich kenne sonst wenig Menschen ohne Mobiltelefon, aber doch ein paar Leute ohne Smartphone. Einer davon ist R., der mehr von Technik versteht als die meisten und der deshalb sagt, er wolle nichts in seiner Tasche, das smarter sei als er. Nun hatte sich der Treffpunkt zum Essen geändert, das konnte man ihm per SMS mitteilen, aber die Wegbeschreibung? R. kam pünktlich und allerbester Laune. Mit Logik war er in der mittelalterlichen Stadt nicht weit gekommen; aber er hatte einige freundliche Menschen kennengelernt, als er nach dem Weg fragte.
Geschichten wie diese könnten mir nicht passieren. Ich habe schon das schnurlose Telefonieren aufgegeben; ich verliere alles Schnurlose. Weil keine Schnur dran ist, vermute ich. Oder vielleicht auch, weil ich mich nicht angebunden fühlen mag.