Dies ist ein Beitrag zu „Let’s Talk About Vegs“ von Herrn Ackerbau in Pankow, wo ich mit Vergnügen lese.
Kurz vor Silvester habe ich auf dem Markt Rosenkohl gesehen. (Wie immer ist mir dabei mein Lateinlehrer eingefallen, der seinen Sextanerchen die Aussprache des geschlossenen o beizubiegen suchte mit „Mach mal’n Mund wie Rosenkohl!“)
Es war ein einzelnes Kohlröschen, die enggepackten Blätter makellos und hellgrün, ein Prachtstück, wie ich sie mit Butter und Zucker in der Pfanne schmurgeln würde; nur leider lag es in einer Kopfsteinpflasterlücke, ganz bedeckt von Regenwasser, auf dem es ölig schillerte.
Ein vegetabiles Kleinod, am letzten Markttag des Jahres aus der Nahrungskette gerutscht und nun unter Glas und Rahmen wartend auf den Kehrdienst oder auf die Ratten – mir ist, als müßt’s ein Gleichnis sein; doch mir fällt partout nicht ein, für was.