Nachtrag Februar 2012: »Der Blogger ist tot«, kam eine Nachricht von Alex Grossmann. »Zwar habe ich überwiegend positives Feedback bekommen, doch der Hauptgrund für das Scheitern, liegt wohl an meiner fehlenden Reputation in der Bloggerszene.
Da ich nie ein übermäßig bekannter Blogger war und auch nicht über ein riesengroßes Netzwerk verfüge, haben mir wohl nur recht wenige zugetraut, dass „der Blogger“ ein Erfolg werden könnte.
Vielleicht war ich auch einfach zu früh dran und jemand anderes greift diese Idee in Zukunft nochmal auf. Ich glaube weiterhin daran, dass so etwas zum Erfolg geführt werden kann.«
Das Projekt ist so simpel wie anachronistisch: eine Zeitschrift, von Bloggern erstellt (gegen Honorar!). Online-Texte am Kiosk, Instagram-Fotos auf Papier, Blogosphären-Themen für alle? Vielleicht so in der Art, vielleicht aber auch anders.
Via Crowdfunding will AlexG das neue Magazin ins Leben rufen; die Themenbereiche Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Gesellschaftskritik und Zeitgeist sind geplant. So weit nichts Überraschendes. Für mich der Charme der Idee: Offline wäre die Hetze des Netzes außer Kraft gesetzt. Hier könnten Leute aus allen möglichen Lebenszusammenhängen schreiben; Spezialisten für Nischenthemen, Polemiker, Poeten, eben Menschen mit besonderem Blick auf die Welt, so vielfältig wie die Blogosphäre. Auswahl und Zusammenstellung wäre eine Aufgabe für eine sehr fähige Redaktion, natürlich. Und für ein durchsetzungsfähiges Korrektorat.
Ob so ein Projekt funktionieren kann? Keine Ahnung! Und auch, in welche Richtung es sich entwickeln würde, finde ich höchst spannend: Gebrauchslyrik? Grafik-Experiment? Stimme aus dem Keller? Monatliches »Best of«? Der Mangel an konkreten Eingrenzungen macht mich neugierig und weckt Hoffnungen auf Bildstrecken von Obst, Froschleichen oder Kaugummiautomaten …
Wenn so ein Magazin gut gemacht wäre: Ich würde es kaufen. Dazu muß es allerdings erst mal zustande kommen. (Es fehlen im Augenblick noch 30 Fans.)