Zu Kleider machen Leute — einfach unwiderstehlich.
Als Kind hatte ich eine Hose, die bauschte sich im Sitzen immer so doof im Schoß. Ich lernte: das ist eine Bundfaltenhose, weshalb es jedes Mal hieß, wenn es um die Kleidung für den kommenden Morgen ging: aber nicht die Bundfaltenhose!
Kürzlich wollte der Mann einen Anzug. Im Laden brachte der Verkäufer einen und reichte ihn in die Kabine. Nadelstreifengeraschel; dann trat der Mann hinter dem Vorhang hervor und guckte an sich runter. Stellte sich x-beinig. Rutschte vorm Spiegel so ein bißchen seitwärts hin und her. Sagte: Hm, komisch. Ich aber wußte gleich, womit wir es hier zu tun hatten: Eine Bundfaltenhose! Wie sieht das erst im Sitzen aus!
Der Verkäufer zog die Augenbraue hoch. Das andere Modell hat auch eine Bundfalte, sagte er zum Mann.
Dann möchte ich bitte ein Modell ohne Bundfalte.
Tut mir leid, wir haben im Moment nur Modelle mit Bundfalte.
Wieso, zum Uhu, das denn?
Das trägt man heute so.
Es wurde dann also kein Anzug; der Mann wollte nicht aussehen, als trüge er einen Schwimmring in der Buxe. Schon gar nicht aus modischen Gründen. Mal sehen, wie lang es dauert, bis die Bundfalte wieder da ist, wo sie hingehört: in der Versenkung.
Nachtrag: Herr Ferrer von untrans.eu hat eine wunderbare Illustration zum Thema erstellt. Ich sage nur: Flecken! Fliegen! Problemzonen in mehreren Sprachen!