Kurorte

Kurorte zählen unter den Städten zu den beschaulichen. Groß sind da höchstens die Kliniksklötze am Stadtrand, vielleicht die Stadtsparkasse noch. Kurorte sind so sauber, man könnte von den Bürgersteigen essen (wenn man denn runterkäme). In Kurorten besteht die Fußgängerzone aus Blumenläden und Boutiquen und Goldschmieden. Man grüßt sich auf der Straße und weiß auch außer Dienst, wer hier Doktor ist.

Sitzen vor Salinen.

So war das mal, und in manchen Kurorten ist es immer noch kaum anders. Sicher, die Lädchen kämpfen, und hübsche Ecken werden wegsaniert (man braucht Parkplätze dringlicher als Grün), doch einiges bleibt über die Zeiten erkennbar: der Anspruch, mit dem man hier baute, die Mühe, die im Stadtbild steckt, der ganze Stolz ihrer Bewohner.

Kleine Ode an die kleinen Städte

Hübsch hier! Diese schiefergedeckten Häuschen, ganz entzückend. Ja, so eng hat man früher gewohnt. Da, der Laden, so eine Dekoration hab ich als Kind so schön gefunden … und, oh, eine richtige echte Bäckerei!

Welten.
Welten.

In der kleinen Stadt stehen am Marktplatz Kirche und Stadtparkasse, Brunnen mit moderner Bronze samt Stifterplakette; an sechs von sieben Tagen wird hier geparkt. Auf der Straße grüßt man sich, und weil jeder jeden kennt, fällt der Fremdling auf. Familiengeschichten erzählt man sich bis ins vierte Glied. Mißgunst wohnt Tür an Tür mit Freundlichkeit. Hier lebt man …