Was für eine Aufgabe: Tag für Tag ein Text, egal was ist; den Verlauf eines ganzen Jahres schreibend begleiten –!
Ein geschätzter Mitblogger hat sich diese Aufgabe gestellt und täglich einen Text veröffentlicht. Prosa ist darunter, Lyrik in festen und freien Formen; Naturbilder, Balladenhaftes und zutiefst persönliche Texte. Alles, was Worte können: klingen, irritieren, bezaubern.
Es gibt also was zu lesen: Das Jahr 2015 in 365 Texten von Herrn Solminore. Ich bin selbst noch mittendrin und komme gar nicht heraus aus dem Staunen. Viel Vergnügen!
Dreihundertneunundzwanzig (Reminiszenz)
Es ist an diesem Morgen nichts, was niemals
gewesen wär. Die Fenster sammeln Morgen,
die Schatten salutieren. Auf dem Hocker
erwacht das Hemd von gestern, alles weiß noch,
wie, was gewesen wär, wo jenes läge
wie jener Schatten fiel, wie manches Lager
in Falten sich zu krampfen, jenes Weinglas
und welche Lippenspuren hätt zu tragen.
Es ist an diesem Morgen nichts, was einmal
gewesen ist. Das Bett liegt heut nicht anders
als eben, wie es liegt. Die Gläser glänzen
gespült. Im Laken längst verblaßte Flecken.
Du kannst die Spuren messen, wie du willst:
Es ist an diesem Morgen nichts gewesen.
(c) Solminore
Danke für den Hinweis, ich hatte ihn schon abonniert, brauche nur noch die Zeit zum Lesen. Ich teile, obwohl noch nicht weit gekommen, schon jetzt Deine Begeisterung.
Oh, kann man Antville abonnieren von WordPress aus? Ich habe keine Ahnung, bei mir funktioniert das sowieso alles nicht.
Immerhin ist 2015 fertig, das heißt, es werden nicht noch mehr Gedichte. (Naja. Bis auf eins.)
Das ist ein Hammer! DANKE
Freut mich! (Fand ich auch!)
Oh, geh ich später gucken. Danke für den Link & Tipp!
Hält ein Jahr, wenn man täglich liest. Inkl. Schalttag. ,)
Du findest immer so exquisite Dinge. Da wünsche ich noch einen tollen Start 2016
Danke, Kormoran! Allzeit guten Flug und reiche Fischgründe!