Schade.

66430 Bürgerinnen und Bürger hatten im April die Tempo-130-Petition der Evangelischen Kirche unterzeichnet. Was daraus geworden ist? Erstmal nix: ein „generelles Tempolimit auf Autobahnen sei ein rückwärtsgewandtes Instrument“, habe sich bei der öffentlichen Anhörung der Staatssekretär des Verkehrsministeriums geäußert. Das ist ähnlich gescheit wie „gegen jeden Menschenverstand“ (Verkehrsminister Scheuer).

Enttäuscht hat mich nicht allein das Ergebnis (das war erwartbar), sondern vor allem die geringe mediale Aufmerksamkeit, die der Sache zuteil wurde. Diese Diskussion muß über kurz oder lang geführt werden; warum aufschieben?

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Es wird künftig einen hübschen Beruf weniger geben auf der Welt: die lateinischsprachigen Nachrichten des finnischen Radios werden eingestellt. Hier das Schlußwort:

Nuntii Latini finiti

Nuntii Latini Radiophoniae Finnicae Generalis, qui inde ab anno millesimo nongentesimo undenonagesimo (1989) iam triginta annos septimanatim emittuntur, post hanc emissionem finiuntur et decreto moderatorum radiophonicorum post ferias aestivas non continuabuntur. Auscultatoribus, quorum grex ad omnes orbis continentes amplificatus est, propter fidelitatem gratias quam maximas agimus et valedicimus.

Tuomo Pekkanen

Ich habe sie gemocht.

0 Gedanken zu „Schade.

  1. Mediales Interesse erregt man bei diesem Thema nur, wenn man gegen die Befürworter des generellen Tempolimits auf Autobahnen mit unflätigen Worten wettert.

    1. Argh. Ich habe ein paarmal zu oft die „Argumente“ „die paar Verkehrstote, die das spart“, „mein Auto verbraucht bei 150 am wenigsten“ und „Verbotskultur“ gelesen. Das erweckt den Eindruck, die 130-Gegner seien zwar laut, aber nicht besonders intelligent.

  2. Vielleicht nur ein kläglicher Ersatz: aber wie wärsmit Dr. Ammondt? Ein finnischer Lateiner. Konsequent also nur, dass er Elvis Presley Lieder in lateinischer Sprache singt.
    Mitternachtsgruss von gegenüber.

  3. Hic nuntius me maximo luctu afficit. Tempora, ut dicunt, mutantur, et nos mutamur in illis. Sed quae tempora! Qui mores! Equidem moderatores sententiam illam tristissimam mutaturos spero.

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